Die denkmalgeschützte Plauer Brücke erstrahlt in neuem Glanz und ist ab sofort wieder für Fußgänger und Radfahrer geöffnet. Am Nachmittag des 30. März 2026 wurde die sanierte Brücke feierlich übergeben und offiziell für den Verkehr freigegeben. Dieses historische Bauwerk verbindet nicht nur zwei Ufer, sondern auch Vergangenheit und Gegenwart der Region.
Ein historisches Bauwerk mit großer Bedeutung
Die Plauer Brücke, erstmals am 15. Oktober 1904 in Betrieb genommen, ist ein seltenes Beispiel einer genieteten Stahlfachwerkbrücke aus der Jugendstilzeit. Mit einer Länge von 130 Metern und einer Breite von 10,70 Metern überspannt sie die Havel in drei Abschnitten von jeweils 42,40 Metern Stützweite. Historisch war sie Teil der wichtigen Straßenverbindung zwischen Magdeburg und Berlin und somit für die Stadt Brandenburg an der Havel von großer verkehrsgeschichtlicher Bedeutung.
2002 wurde die Brücke außer Dienst gestellt, nachdem der Verkehr auf eine neue, 360 Meter nördlich gelegene Brücke im Rahmen der Ortsumgehung Plaue verlegt wurde. Aufgrund starker Korrosionsschäden musste die denkmalgeschützte Stahlfachwerkbrücke vollständig gesperrt werden. Die Sanierung begann 2019 und stellte eine große Herausforderung dar.
Sanierung als Mammutprojekt mit breiter Unterstützung
Die Rettung des Tragwerks kostete rund 2,8 Millionen Euro, wovon die Stadt dank Fördermitteln von 2,6 Millionen Euro nur 200.000 Euro selbst tragen musste. Für den letzten Bauabschnitt, der im November 2025 startete, waren weitere 1,1 Millionen Euro nötig. Bund und Land steuerten davon 724.500 Euro bei. Dank dieser Mittel konnte der Rostschutz am Tragwerk abgeschlossen und die Geh- sowie Fahrbahn auf circa 780 Quadratmetern erneuert werden. Die neue Oberfläche besteht aus langlebigen, glasfaserverstärkten Kunststoffplatten. Die Brücke ist nun mit beidseitigen, innenliegenden Geländern als Absturzsicherung ausgestattet, während die ursprünglichen Fußwege an den Brückenseiten nicht mehr ertüchtigt wurden.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Sanierung des Jugendstilgeländers, das die Brücke optisch komplettieren soll. Insgesamt 60 Geländerteile müssen restauriert werden, zehn davon sind bereits fertiggestellt und zieren das Denkmal. Für die fachgerechte Sanierung eines Geländersegments werden etwa 8.000 Euro benötigt. Dieses Projekt wird maßgeblich vom Unabhängigen Bürgerverein Plaue e.V. und der Bürgerinitiative „Alte Plauer Brücke“ getragen, unterstützt von der Metallbau Windeck GmbH. Ohne das leidenschaftliche Engagement dieser Ehrenamtlichen wäre die Sanierung nicht möglich gewesen.
Feierliche Eröffnung mit prominenten Gästen
Zur offiziellen Verkehrsfreigabe am 30. März 2026 kamen zahlreiche Gäste, darunter Kulturministerin Dr. Manja Schüle, Landeskonservator Prof. Dr. Thomas Drachenberg, Plaues Ortsvorsteher Udo Geiseler sowie Vertreter der Bürgerinitiativen und viele Interessierte. Oberbürgermeister Daniel Keip lobte das Engagement aller Beteiligten: „Dank vieler Unterstützer und Entscheidungsträger ist es gelungen, dieses bedeutende Bauwerk nicht nur zu erhalten, sondern in neuer Qualität für die Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen.“
Er betonte die architektonische und kunsthistorische Bedeutung der Brücke und hob hervor, dass mit der Sanierung eine wichtige Lücke im Havelradweg geschlossen wurde. Die Brücke ermöglicht nun wieder den direkten Weg ins Plauer Stadtzentrum und zur Stadt Brandenburg an der Havel. Zudem eröffnen sich eindrucksvolle Blickbeziehungen zum Plauer Schloss, über den Plauer See und zur markanten Silhouette von Kirchmöser. Dies steigert die Aufenthaltsqualität für Bürgerinnen, Bürger und Gäste gleichermaßen.
Kulturministerin würdigt bürgerschaftliches Engagement
Kulturministerin Dr. Manja Schüle unterstrich die Bedeutung der Brücke als Symbol für Verbindung – nicht nur zwischen den Ufern, sondern auch zwischen Menschen und Geschichte. Sie erinnerte an Theodor Fontane, der die Schönheit dieses Ortes einst in seinem Notizbuch festhielt, und hob die Rolle der Ehrenamtlichen hervor: „Ohne den Bürgerverein Plaue, der sich seit Jahren mit viel Leidenschaft und Hartnäckigkeit für die Brücke einsetzt, Spenden sammelt und Geländer restaurieren lässt, wäre das nicht möglich gewesen. Das ist gelebter Denkmalschutz.“
Das Kulturministerium unterstützte die Sanierung in den Jahren 2024 und 2025 mit 35.000 Euro aus Denkmalhilfe und Lottomitteln. Ortsvorsteher Udo Geiseler zeigte sich begeistert: „Wir haben es geschafft!“ Er freut sich, dass die Brücke rechtzeitig vor Ostern freigegeben wurde und viele Osterspaziergänge über die erneuerte Plauer Brücke führen werden.
Brücken-Picknick als neues Highlight
Ein weiteres Highlight wird das nächste „Brücken-Picknick“ sein, das am 3. Mai 2026 von 14:00 bis 17:00 Uhr auf der Brücke stattfinden wird. Dieses Event ist Teil der seit 2002 initiierten Ideen der Brückenfreunde und symbolisiert die lebendige Verbindung zwischen Geschichte, Gemeinschaft und Kultur.
Gemeinsam Brücke schmieden – Spenden willkommen
Die Sanierung der Plauer Brücke ist ein Beispiel für gelungene Zusammenarbeit von Stadt, Land, Bund und engagierten Bürgern. Die noch ausstehenden Arbeiten am Jugendstilgeländer werden durch Spenden finanziert. Jede Unterstützung ist willkommen – egal ob für eine einzelne Strebe oder ein ganzes Geländerteil. Das Motto lautet: „Gemeinsam Brücke schmieden – Plaue an der Havel“.
(Quelle: Pressemitteilung Stadt Brandenburg)
Spenden können auf folgendes Konto überwiesen werden:
Mittelbrandenburgische Sparkasse in Potsdam
Empfänger: Unabhängiger Bürgerverein Plaue e.V.
IBAN: DE86 1605 0000 1000 6685 64
BIC: WELADED1PMB
Kennwort: Plauer Brücke
Spendenquittungen können ausgestellt werden. So wird die Plauer Brücke nicht nur ein Ort der Geschichte, sondern auch ein lebendiges Symbol für gemeinschaftliches Engagement und kulturelles Erbe.
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