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„Hitler“ besuchte die Havelstadt

Aufregung und Staunen in der Havelstadt: „Ich bin wieder da“ Adolf Hitler auf dem Balkon vom „Hotel am Molkenmarkt“
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Inhaltsverzeichnis

In Brandenburg an der Havel gab es große Aufregung und Erstaunen: „Ich bin wieder da“ – so grüßte die Figur Adolf Hitlers vom Balkon des „Hotels am Molkenmarkt“. Diese bizarre Szene ereignete sich während einer Demonstration für ein tolerantes und weltoffenes Brandenburg, die gegen einen Aufmarsch von NPD-Anhängern stattfand.

NPD Demo 14 13
NPD Demo 14 13
Die Bürger vor Ort waren sichtlich irritiert, als die Figur auf dem Balkon erschien. Hotelchef Mario Mischker äußerte sich dazu und erklärte, dass er von der Produktionsfirma „Mystisch Film“ lediglich um Erlaubnis gebeten wurde, von einem der Hotelbalkone zu filmen. Die Erwähnung der Figur „Adolf Hitler“ sei jedoch nie gefallen. Mischker berichtete, dass er zwar eine Drehgenehmigung gesehen habe, die für das Land Brandenburg gültig sei, fühlte sich jedoch von der Produktionsfirma „überrumpelt“ und war enttäuscht über die Art und Weise, wie die Aktion durchgeführt wurde. Er hat Bedenken um den Ruf seines Hotels.

Die Situation wurde zusätzlich brisant, da sich nur wenige Meter entfernt, die NPD-Anhänger zu ihrer Kundgebung versammelt hatten. David Wnendt, der Produzent des Filmteams, das für die Verfilmung des Bestseller-Romans „Ich bin wieder da“ verantwortlich ist, war ebenfalls anwesend und erklärte, dass die Aktion im Rahmen der Filmproduktion stattfand. Wnendt, der zuvor auch das Buch „Feuchtgebiete“ von Charlotte Roche verfilmt hatte, betonte den künstlerischen Kontext der Szene.

Burgschauspieler Oliver Masucci spielte den Hitler

Die Rolle des Adolf Hitler wird von Burgschauspieler Oliver Masucci verkörpert, der mit seinem Kamerateam auf den Hotelbalkon schlich, um sich über die rechtsextremen Anhänger lustig zu machen. So schnell wie er auf dem Balkon erschien, verschwand er auch wieder in einem kleinen Kastenwagen, winkend und launisch.

Die Vorfälle rund um den Balkonauftritt sorgten für einen Sturm der Entrüstung in den sozialen Medien. Viele Nutzer äußerten sich empört über die inszenierte Provokation und warfen den Verantwortlichen vor, mit einer derart sensiblen Thematik zu spielen, während andere die künstlerische Intention hinter dem Film infrage stellten. Infolgedessen kam es zu intensiven Debatten über Kunstfreiheit und deren Grenzen, insbesondere im Kontext der NS-Vergangenheit Deutschlands.

NPD Demo 14 10
NPD Demo 14 10

Während einige Unterstützer der Demonstration für ein weltoffenes Brandenburg und das Filmteam die Aktion als einen ironischen Kommentar zu rechtem Gedankengut interpretierten, sahen Gegner darin eine Missachtung der Geschichte. Auch Hotelchef Mischker sah sich veranlasst, Stellung zu beziehen: „Wir haben unsere Türen für kreative Projekte geöffnet, aber die Art und Weise, wie dies geschehen ist, hat den Raum überschritten.“ Besonders betroffen zeigte sich die lokale Politik, da die Stadt bereits unter dem Schatten extremer rechter Aktivitäten litt und solche Aktionen kontraproduktiv für den Zusammenhalt der Gemeinschaft erschienen.