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Loriot Brandenburg an der Havel 2009 Loriot Brandenburg an der Havel 2009

15. Todestag von Loriot: Brandenburg sagt „Danke“

Zum 15. Todestag von Loriot ehrt Brandenburg an der Havel sein Erbe und die Verbindung zur Stadt. Ein bleibendes Vermächtnis.

Inhaltsverzeichnis

Am 22. August 2026 jährt sich der Todestag von Vicco von Bülow alias Loriot zum 15. Mal. Fünfzehn Jahre sind vergangen, seit der große Humorist, Zeichner, Schauspieler und Regisseur im Alter von 87 Jahren gestorben ist.

Und trotzdem ist Loriot bis heute erstaunlich präsent. In seinen Sketchen, seinen Zeichnungen und Filmen – aber auch in vielen kleinen Dingen des Alltags. Ein schief hängendes Bild, eine Nudel oder ein ganz gewöhnliches Gespräch konnten bei Loriot zu einer kleinen Welt des absurden Humors werden. Sätze wie „Ein Klavier, ein Klavier!“, „Früher war mehr Lametta!“ oder „Die Ente bleibt draußen!“ gehören längst zum kulturellen Gedächtnis Deutschlands.

Loriot war ein Brandenburger

Was dabei manchmal in den Hintergrund gerät: Loriot war ein echter Brandenburger. Bernhard Victor Christoph-Carl von Bülow wurde am 12. November 1923 in Brandenburg geboren und am 30. Dezember desselben Jahres in der St.-Gotthardt-Kirche getauft. Seine ersten Lebensjahre verbrachte er in der Havelstadt.

Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann und Vicco von Bülow Loriot
Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann und Vicco von Bülow Loriot

Seine Verbindung zu Brandenburg riss auch später nicht ab. 1993 wurde Loriot zum Ehrenbürger der Stadt ernannt. Mit seiner Vicco-von-Bülow-Stiftung engagierte er sich zudem für soziale und kulturelle Projekte. Bereits 1996 wurde das Loriot-Stipendium ins Leben gerufen, mit dem musikalische Kinder aus sozial schwächeren Familien gefördert werden.

Wie eng Loriot seiner Geburtsstadt verbunden war, zeigte sich auch bei seinen Besuchen. 2009 kam er gemeinsam mit seiner Frau Rose-Marie und Tochter Susanne zur Übergabe der restaurierten Nordkapelle seiner Taufkirche. Die Kapelle war ihm anlässlich seines 85. Geburtstags symbolisch von der Stadt geschenkt worden. Loriot bezeichnete diesen Moment damals als einen Höhepunkt seines Lebens. Es sollte sein letzter Besuch in Brandenburg sein.

Über diesen besonderen Besuch und Loriots Beziehung zu seiner Geburtsstadt habe ich bereits 2011 ausführlicher berichtet: „Bernhard-Victor Christoph Carl von Bülow – ein Havelstädter“.

Der Waldmops gehört heute zum Stadtbild

Wer heute durch Brandenburg geht, kommt an Loriot kaum vorbei – selbst wenn sein Name nicht überall zu lesen ist. Denn da sind die Waldmöpse. Seit der Bundesgartenschau 2015 bevölkern mittlerweile rund 26 bronzene Waldmöpse die Alt- und Neustadt. Entstanden sind die Figuren nach einem Wettbewerb des Kulturvereins Brandenburg an der Havel. Die Architekturstudentin Clara Walter gewann mit ihren lebensgroßen Waldmops-Figuren.

Waldmops an der Havel im Hintergrund zusehen die Bauchschmerzenbrücke
Waldmops an der Havel im Hintergrund zusehen die Bauchschmerzenbrücke

Die Geschichte des Waldmopses reicht allerdings viel weiter zurück. Loriot hatte das ungewöhnliche Tier bereits 1972 in einem Sketch erfunden und dessen vermeintliches Paarungsgebiet am „Unterlauf der Weser“ oder „.. ein Leben ohne Mops ist …“ verortet. In seiner Geburtsstadt nahm man die Geschichte schließlich wörtlich – und ließ die Waldmöpse in Brandenburg heimisch werden.

2021 habe ich mich deshalb selbst „Auf den Spuren der Waldmops-Bande“ begeben. Der Beitrag zeigt, wie aus einem kleinen Loriot-Gag ein ungewöhnliches Stück Stadtgeschichte und inzwischen eines der beliebtesten Fotomotive Brandenburgs geworden ist.

Rückblick: Loriot und Brandenburg

100 Jahre Loriot – und immer noch aktuell

Auch zum 100. Geburtstag von Vicco von Bülow im Jahr 2023 war zu spüren, welchen Stellenwert Loriot in seiner Heimatstadt besitzt. Ausstellungen, Veranstaltungen und zahlreiche Aktionen erinnerten damals an den Künstler. Dabei ging es längst nicht nur um seine bekannten Sketche. Es ging um sein gesamtes künstlerisches Werk und um die besondere Beziehung zwischen Loriot und Brandenburg.

Anlässlich seines 100. Geburtstags habe ich deshalb ebenfalls auf das Leben und Wirken Loriots und seine Verbindung zu Brandenburg zurückgeblickt. „Loriot – Eine Hommage zum 100. Geburtstag“ entstand 2023 und zeigt, wie lebendig sein Vermächtnis auch zwölf Jahre nach seinem Tod noch war.

Die Familie von Bülow hält die Verbindung lebendig

Dass die Verbindung zwischen der Familie von Bülow und Brandenburg bis heute besteht, zeigte sich erst vor wenigen Monaten. Im Juni 2026 tagten Kuratorium und Vorstand der 1993 gegründeten Vicco von Bülow Stiftung im Rolandzimmer des Altstädtischen Rathauses. Mit dabei war auch Leo von Bülow-Quirk, Loriots Enkel und Sprecher der Familie. Bei der Sitzung wurde unter anderem über das Loriot-Stipendium entschieden. 13 musikalische Talente konnten diesmal unterstützt werden.

Eine kleine, fast schon loriothafte Geschichte gab es am Rande ebenfalls: Eine Familie aus Nordrhein-Westfalen hatte in ihrem Besitz Servietten und eine Tischdecke mit dem Wappen der Familie von Bülow gefunden und wollte sie gern wieder „nach Hause“ bringen. Der Kontakt zur Familie wurde daraufhin hergestellt.

Loriot bleibt Teil der Stadt

Die Havelstadt Brandenburg erinnert auf vielfältige Weise an seinen berühmten Sohn. Die städtische Musikschule trägt seinen Namen, ein Denkmal nahe der Johanniskirche erinnert an ihn und die Waldmöpse sitzen, stehen und schnüffeln inzwischen an vielen Stellen der Stadt.

Auch die St.-Gotthardt-Kirche bleibt ein wichtiger Ort dieser Erinnerung. Hier wurde Vicco von Bülow getauft – und hier kehrte er 2009 noch einmal persönlich zurück. Doch letztlich braucht es keine Denkmäler, Waldmöpse oder Gedenkveranstaltungen, um Loriot lebendig zu halten. Seine Figuren und Texte haben längst ihren eigenen Platz im Alltag gefunden.

Vielleicht liegt genau darin sein größtes Vermächtnis: Loriot hat uns gezeigt, dass man über die kleinen Schwächen des Menschen lachen kann, ohne den Menschen selbst auszulachen.

Zum 15. Todestag bleibt deshalb vor allem ein Satz, der auch aus seiner Heimatstadt kommen könnte: Danke, Loriot, für all die Momente, in denen du uns gezeigt hast, wie wunderbar komisch das Leben sein kann.

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