Die Technikmesse IFA 2026 will in Berlin mehr sein als eine Ausstellung neuer Geräte. Vom 4. bis 7. September geht es nicht nur um Fernseher, Haushaltsgeräte oder Computer, sondern zunehmend um die Frage, wie Technologie unseren Alltag verändert.
Besucherinnen und Besucher sollen vieles nicht nur anschauen, sondern ausprobieren, testen und erleben können. Genau darin liegt eine der auffälligsten Entwicklungen der diesjährigen IFA: Technik wird stärker mit Alltag, Freizeit und persönlichen Bedürfnissen verbunden.
Vom vernetzten Zuhause bis zum intelligenten Garten
Ein Schwerpunkt liegt auf dem Zuhause. In der Show Area Home Appliances geht es um intelligente Küchen, vernetzte Haushaltsgeräte, energieeffiziente Lösungen und KI-gestützte Helfer. Backöfen können mit künstlicher Intelligenz arbeiten, Geschirrspüler werden vernetzter und Reinigungssysteme zunehmend automatisiert. Dahinter steht ein Gedanke, der sich durch viele Bereiche der IFA zieht: Technik soll nicht einfach möglichst viel können, sondern den Menschen im Alltag Arbeit abnehmen. Dabei endet das vernetzte Zuhause längst nicht mehr an der Terrassentür.
Mit der neuen Area „Outdoor Cooking & Gardening“ rückt auch der Garten stärker in den Mittelpunkt. Smarte Bewässerungssysteme können Pflanzen bedarfsgerecht mit Wasser versorgen, Sensoren erfassen Wetter- und Bodenbedingungen und autonome Mähroboter übernehmen einen Teil der Gartenarbeit. Damit wird aus dem klassischen Smart Home zunehmend ein vernetzter Lebensraum, der vom Wohnzimmer bis in den Garten reicht.
Wenn der Haushalt zum Roboter-Einsatzgebiet wird
Besonders spannend dürfte der Blick auf die Robotik werden. Humanoide Roboter sollen bei „Robots on the Runway“ sogar über einen Catwalk laufen. Doch hinter der spektakulären Präsentation steckt eine praktische Frage: Was können Roboter künftig tatsächlich im Alltag übernehmen? Eine IFA-Session beschäftigt sich deshalb mit Robotern in Küche und Haushalt. Dabei geht es unter anderem darum, ob robotische Systeme künftig beim Kochen, Putzen oder auch beim selbstbestimmten Leben im Alter unterstützen können.
Damit verschiebt sich die Diskussion von der technischen Machbarkeit hin zu einer Frage, die viele Menschen unmittelbar betrifft: Welche Aufgaben wollen oder müssen wir künftig überhaupt noch selbst erledigen?
Beauty trifft auf künstliche Intelligenz
Auch im Bereich Beauty und Gesundheit wird Technik immer persönlicher. Aus der bisherigen Beauty-Show-Area wird 2026 ein deutlich größeres „Beauty Lab“. Dort können Besucherinnen und Besucher verschiedene Anwendungen und Produkte direkt ausprobieren. LED-Gesichtsmasken, digitale Tattoos, Hautpflegegeräte, Haarstyling und vernetzte Gesundheitslösungen zeigen, wie eng Beauty, Fitness und Technologie inzwischen miteinander verbunden sind.
Dabei spielen künstliche Intelligenz und persönliche Daten eine immer größere Rolle. Wearables können Körperdaten erfassen, digitale Anwendungen analysieren diese Informationen und daraus entstehen zunehmend individuelle Empfehlungen. Die Entwicklung geht damit weg vom einzelnen Gerät und hin zu vernetzten Systemen, die Menschen über längere Zeit begleiten sollen.
Eine IFA für die ganze Familie
Technik soll auf der IFA 2026 aber nicht nur Erwachsene und Fachbesucher ansprechen. Mit der erstmals eingerichteten IFA Paybox entsteht eine eigene Erlebniswelt für Familien mit Kindern bis zwölf Jahren. Im Mittelpunkt stehen gemeinsames Spielen, Bewegung und kreative Aktivitäten.
Auch bekannte Kinderfiguren gehören zum Programm. Am 6. September sollen Bibi und Tina als Walking Acts auf dem Messegelände unterwegs sein. Die Paybox zeigt damit eine andere Seite der IFA: Technologie muss nicht zwangsläufig kompliziert oder technisch wirken. Sie kann auch über Spiele, Unterhaltung und gemeinsames Erleben vermittelt werden.
IFA-Rückblick aus 2025
Zwischen Creator-Kultur und neuen Geschäftsideen
Die IFA 2026 greift außerdem die veränderte Medienwelt auf. Im Creator Hub treffen Content Creation, Streaming, Medien und Marken aufeinander. Eine Creator Stage, ein Streaming Studio und verschiedene Aktivierungen sollen zeigen, wie stark sich die Produktion und Verbreitung digitaler Inhalte verändert hat.
Start-ups bekommen beim IFA Pitch Battle die Möglichkeit, ihre Ideen vor einer Jury und einem Live-Publikum vorzustellen. Und auch das Thema Nachhaltigkeit spielt eine Rolle. Unter dem Titel „Aus e-Schrott wird Wert“ geht es um Reparatur, Refurbishment und neue Geschäftsmodelle, die Produkte länger im Kreislauf halten sollen.
Das ist ein wichtiger Gegenpol zur klassischen Technikmesse, bei der traditionell vor allem neue Produkte im Mittelpunkt stehen. Denn die Zukunft der Technik entscheidet sich nicht nur daran, was neu auf den Markt kommt, sondern auch daran, was mit alten Geräten passiert.
Technologie soll näher an den Alltag rücken
So unterschiedlich die Themen der IFA 2026 auf den ersten Blick wirken, sie verbindet eine gemeinsame Entwicklung. Ob Roboter, Smart Home, Garten, Beauty, Gesundheit oder Unterhaltung: Technologie verschwindet zunehmend aus dem Hintergrund und wird Teil des täglichen Lebens. Die IFA versucht deshalb, Technik nicht ausschließlich über technische Daten zu vermitteln. Besucher sollen sehen, was ein Produkt kann, es selbst ausprobieren und sich vorstellen können, welchen Platz es im eigenen Alltag einnehmen könnte.
Das macht die Messe weniger zu einer reinen Produktschau und mehr zu einem Blick auf mögliche Lebenswelten der Zukunft. Auch Berlin selbst wird dabei Teil des Programms. Zum 100. Geburtstag des Berliner Funkturms soll das Wahrzeichen während der Messetage in den IFA-Farben erstrahlen. Unter dem Titel „What the Funk“ verbindet die IFA damit Technikgeschichte, Berliner Kultur und den Blick nach vorn.
Vielleicht ist genau das der interessanteste Aspekt der IFA 2026: Die Zukunft wird nicht mehr nur auf einem Messestand gezeigt. Sie soll ausprobiert, erlebt und möglichst direkt mit dem eigenen Alltag verbunden werden.
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