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Die Vorsitzenden Katrin Arndt und Reno Schröder begrüßen die Gäste beim Empfang zum 25-jährigen Bestehen des Vereins „Die Altstädter e. V.“.
Die Vorsitzenden Katrin Arndt und Reno Schröder begrüßen die Gäste beim Empfang zum 25-jährigen Bestehen des Vereins „Die Altstädter e. V.“.

25 Jahre Die Altstädter: Jubiläum mit Kroke in Brandenburg

Die Altstädter feiern 25 Jahre Engagement. Empfang, Glückwünsche von Frank-Walter Steinmeier und Konzert mit Kroke in der St. Gotthardtkirche.
Inhaltsverzeichnis

Mit einem Empfang im Kreis langjähriger Mitstreiter und Unterstützer sowie einem Konzert des Krakauer Trios Kroke in der St. Gotthardtkirche hat der Verein „Die Altstädter e. V.“ am Samstag, 24. Oktober 2026, sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. Glückwünsche aus Politik und Gesellschaft würdigten das langjährige ehrenamtliche Engagement für Kultur, Begegnung und ein lebendiges Miteinander in Brandenburg an der Havel.

Im Mittelpunkt des Jubiläums standen die Menschen, die den Verein seit seiner Gründung begleiten und das kulturelle Leben der historischen Altstadt mitgestalten. Der Empfang bot Gelegenheit, auf ein Vierteljahrhundert Vereinsgeschichte zurückzublicken. Am Abend setzte das Konzert von Kroke einen musikalischen Höhepunkt.

25 Jahre Engagement für die historische Altstadt

Gegründet wurde „Die Altstädter e. V.“ am 26. Oktober 2001 von 28 engagierten Bürgerinnen und Bürgern, darunter zahlreiche Gewerbetreibende. Die Altstadt befand sich damals im Wandel. Ziel der Gründungsmitglieder war es, die Entwicklung ihres Stadtteils aktiv mitzugestalten, das wirtschaftliche und kulturelle Leben zu stärken und Menschen zusammenzubringen.

Aus den ersten Initiativen entwickelte sich über die Jahre ein vielseitiges Engagement. Dazu gehörten ein Einkaufsführer, Blumenampeln in der Altstadt, Weihnachtssterne und Trödelmärkte. Auch die Pflege der Stadtgeschichte und die Beteiligung am traditionellen Rolandfest spielten eine Rolle.

Rolandspectaculum 2014
Rolandspectaculum 2014

Heute verbinden viele Brandenburgerinnen und Brandenburger den Verein vor allem mit dem Höfefest. Dabei öffnen historische Höfe, Plätze und Gärten ihre Türen und werden zu Veranstaltungsorten für Musik, Kunst, Kultur und Begegnung. Beim diesjährigen Höfefest beteiligten sich nach Angaben aus der zum Jubiläum gehaltenen Rede 48 Höfe und Veranstaltungsorte.

St. Gotthardtkirche lädt auch zu Konzerte ein
St. Gotthardtkirche lädt auch zu Konzerte ein

Zum weiteren Programm des Vereins gehören die „Fête de la Musique“, Hofkonzerte am Gotthardtkirchplatz und der „Tanz am Salzhofufer“. Kooperationen mit dem Stadtmuseum, der Gotthardtgemeinde, der BBAG und weiteren Partnern ergänzen die Arbeit.

Christin Willnat würdigt die Arbeit der Ehrenamtlichen

Zu den Gratulanten gehörte die Bundestagsabgeordnete Christin Willnat (Die Linke). In ihrer Rede erinnerte sie an die Gründung des Vereins und daran, wie aus der Initiative von 28 Bürgerinnen und Bürgern eine feste Größe im kulturellen Leben der Stadt geworden ist.

Bundestagsabgeordnete Christin Willnat (Die Linke)
Bundestagsabgeordnete Christin Willnat (Die Linke)

Besonders das Höfefest zeige, wie Veranstaltungen Menschen zusammenbringen und Begegnungen ermöglichen könnten, die im Alltag sonst möglicherweise nicht entstünden. Auch die Blumenampeln, Weihnachtsaktionen, Konzerte und Ausstellungen seien sichtbare Zeichen einer Arbeit, hinter der viele Stunden ehrenamtlichen Einsatzes stünden.

Bundestagsabgeordnete Christin Willnat (Die Linke)
Bundestagsabgeordnete Christin Willnat (Die Linke)

Willnat dankte den Gründungsmitgliedern, den früheren und heutigen Vorstandsmitgliedern sowie den zahlreichen Helferinnen und Helfern, deren Arbeit häufig im Hintergrund stattfinde. Die Altstädter hätten dazu beigetragen, dass Brandenburg an der Havel um kulturelle Angebote, Begegnungsorte und liebgewonnene Traditionen reicher geworden sei.

Der Verlust des Bürgerhauses bleibt ein Einschnitt

Zur Geschichte des Vereins gehört auch eine schwierige Phase. Im September 2008 hatte „Die Altstädter e. V.“ auf Bitten der Stadt den Betrieb des historischen Bürgerhauses in der Bäckerstraße 14 übernommen. Das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1408 entwickelte sich zu einem wichtigen Treffpunkt für Kultur und Begegnung.

Bürgerhaus der Altstädter mit der Eröffnung der Loriot-Ausstellung 2012
Bürgerhaus der Altstädter mit der Eröffnung der Loriot-Ausstellung 2012

Mit Veranstaltungen und Projekten füllte der Verein das Haus mit Leben. Dazu gehörten ab 2010 die „Alten Haustraditionen“, bei denen traditionelles Backen und Brauen vermittelt wurde. In der Braugruppe „Ährensache“ entstand Bier nach alter Tradition. Ein besonderer Höhepunkt war die Loriot-Ausstellung im Jahr 2012.

Loriot-Ausstellung 2012
Loriot-Ausstellung 2012

Als die Förderung im Rahmen des Programms „Zukunft im Stadtteil“ auslief, geriet die Zukunft des Hauses in die Diskussion. Eine vom Verein initiierte Online-Petition wurde innerhalb kurzer Zeit von nahezu 1.000 Menschen unterzeichnet. Dennoch mussten die Altstädter im August 2023 ihr bisheriges Domizil verlassen.

In ihrer Rede sprach Christin Willnat diesen Verlust ausdrücklich an. Sie verwies auf die Schwierigkeiten, mit denen viele Vereine konfrontiert seien: fehlende bezahlbare Räumlichkeiten, unsichere Finanzierung und mangelnde langfristige Unterstützung. Ehrenamtliches Engagement dürfe nicht dauerhaft öffentliche Verantwortung ersetzen.

Umso mehr verdiene es Anerkennung, dass die Altstädter nach dem Verlust ihres Vereinssitzes weitergemacht, neue Kooperationen aufgebaut und ihre Veranstaltungen an wechselnden Orten fortgeführt hätten. Einen festen Stammsitz hat der Verein nach eigenen Angaben bislang nicht wieder gefunden.

Britta Kornmesser: „25 Jahre ehrenamtliches Engagement“

Auch die Landtagsabgeordnete Britta Kornmesser (SPD) gratulierte zum Jubiläum. In ihrer Glückwunschbotschaft würdigte sie den Beitrag des Vereins zum kulturellen Leben der Altstadt. Das Höfefest, die Blumenampeln, Konzerte, Brau- und Backseminare sowie die Beteiligung am Winterzauber und an Festen im Slawendorf seien Beispiele für die vielfältigen Aktivitäten.

Hinter diesen Angeboten stünden 25 Jahre ehrenamtliches Engagement, Herzblut und eine große Verbundenheit mit dem Stadtteil. Kornmesser dankte den Vereinsmitgliedern für ihren Einsatz und verband ihre Glückwünsche mit dem Wunsch, dass die Altstädter ihre Arbeit noch viele Jahre fortsetzen können.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gratuliert

Eine besondere Würdigung erreichte den Verein auch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. In einer persönlichen Grußbotschaft dankte er den Altstädtern für ein Vierteljahrhundert bürgerschaftliches Engagement und übermittelte herzliche Glückwünsche zum 25-jährigen Bestehen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gratulierte den Altstädtern mit einer persönlichen Grußbotschaft zum 25-jährigen Bestehen. Foto: Die Altstädter
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gratulierte den Altstädtern mit einer persönlichen Grußbotschaft zum 25-jährigen Bestehen. Foto: Die Altstädter

In seiner handschriftlichen Widmung heißt es: „Den ‚Altstädtern‘ einen großen Dank für ein Vierteljahrhundert bürgerschaftliches Engagement und herzliche Glückwünsche zum 25. Jubiläum! Alles Gute für die Zukunft, beste Grüße.“

Die Botschaft reiht sich in die Glückwünsche zum Jubiläum ein und würdigt den langjährigen Einsatz der Vereinsmitglieder für ihre Stadt.

Gemeinsam mehr erreichen

Neben dem Rückblick auf die vergangenen 25 Jahre ging es bei den Glückwünschen auch um die Zukunft des Vereins. In der zum Jubiläum gehaltenen Rede wurde an den Gedanken erinnert, dass eine Gemeinschaft mehr erreichen könne als Einzelne. Die Altstädter sollten ihre Verbindungen zu anderen Vereinen weiter pflegen, neue Mitstreiter gewinnen und das Netzwerk in der Stadt stärken.

Gerade angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen seien Begegnungen und gemeinsame Aktivitäten wichtig. Der Wunsch an den Verein lautete deshalb, durchzuhalten, weiterzumachen und mit neuen Ideen auch künftig Akzente im kulturellen Leben Brandenburgs zu setzen.

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass die Vereinsarbeit auch schwierige Zeiten überstehen kann. Zugleich bleibt die Frage nach verlässlichen Rahmenbedingungen für ehrenamtliche Initiativen bestehen.

Kroke kehrt nach rund 30 Jahren zurück

Nach dem Empfang und den Glückwünschen stand am Abend die Musik im Mittelpunkt. Mit dem Konzert des polnischen Trios Kroke in der St. Gotthardtkirche verband der Verein sein Jubiläum mit einem international bekannten musikalischen Gast.

Kroke aus Krakau Live in der St. Gotthardtkirche
Kroke aus Krakau Live in der St. Gotthardtkirche

Die Musiker aus Krakau haben im Laufe ihrer Karriere unter anderem mit Nigel Kennedy und Peter Gabriel zusammengearbeitet. Für ein Vorstandsmitglied der Altstädter war die Einladung zugleich eine persönliche Rückkehr zu einer besonderen Erinnerung: Bereits vor rund 30 Jahren hatte es Kroke für ein Konzert im Fontane-Klub nach Brandenburg an der Havel geholt. Der damalige Auftritt sei ihm bis heute im Gedächtnis geblieben.

Trio Kroke in der St. Gotthardtkirche
Trio Kroke in der St. Gotthardtkirche

Nun kehrte das Trio auf Einladung des Vereins nach langer Zeit in die Stadt zurück. Das Konzert bildete damit einen besonderen Abschluss des Jubiläumstages und verband die Vereinsgeschichte mit einem musikalischen Wiedersehen.

Ein Jubiläum als Dank und Auftrag für die Zukunft

Seit 2001 haben die Altstädter das kulturelle und gesellschaftliche Leben Brandenburgs auf vielfältige Weise mitgestaltet. Aus ersten Projekten zur Belebung der Altstadt ist ein Verein geworden, der Veranstaltungen organisiert, Traditionen pflegt und Menschen zusammenbringt.

Rolandspectaculum 2014

Erwachen im Slawendorf

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Für die kommenden Jahre bleibt die Aufgabe, neue Mitglieder zu gewinnen, Kooperationen auszubauen und verlässliche Bedingungen für die Vereinsarbeit zu schaffen. Die Geschichte der Altstädter zeigt, welchen Beitrag bürgerschaftliches Engagement für eine lebendige Altstadt leisten kann.

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