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Wut & Feminismus: Neue Ausstellung im Stadtmuseum eröffnet

Die Kabinettausstellung Wut & Feminismus im Frey Haus zeigt die Verbindung von Wut und Feminismus. Eröffnung mit Gästen und Reden.
Eröffnung Kabinettausstellung Wut & Feminismus © Stadt Brandenburg an der Havel / Th. Messerschmidt
Oberbürgermeister Daniel Keip, Gleichstellungsbeauftragte Jeanette Horn und Museumsleiterin Anja Grothe hießen die Gäste der Ausstellungseröffnung willkommen. © Stadt Brandenburg an der Havel / Th. Messerschmidt
Inhaltsverzeichnis

Am Donnerstagabend wurde im Frey‑Haus in der Ritterstraße 96 die Kabinettausstellung „WTF – Wut & Feminismus im Museum“ feierlich eröffnet. Zur Auftaktveranstaltung begrüßten Oberbürgermeister Daniel Keip, die Gleichstellungsbeauftragte Jeanette Horn sowie Museumsleiterin Anja Grothe zahlreiche Gäste.

Mit der Ausstellung beteiligt sich das Stadtmuseum an den Brandenburger Frauenwochen, die in diesem Jahr unter dem provokanten und zugleich kraftvollen Motto „WTF – Wut trifft Feminismus“ stehen. Ziel ist es, Wut nicht als etwas Negatives abzutun, sondern als historisch wie gesellschaftlich wirksame Emotion sichtbar zu machen.

Wenn Geschichte wütend macht

Auch Hildegard Knef ist mit einem Satz vertreten. © Stadt Brandenburg an der Havel / Th. Messerschmidt
Auch Hildegard Knef ist mit einem Satz vertreten. © Stadt Brandenburg an der Havel / Th. Messerschmidt

Museumsleiterin Anja Grothe erläuterte das Konzept der Ausstellung: Die Kabinettausstellung fragt danach, worüber historische Persönlichkeiten wütend gewesen sein könnten – insbesondere Frauen aus Stadt und Land, deren Stimmen in der Geschichtsschreibung oft leise geblieben sind. Gezeigt werden Objekte aus der Sammlung des Museums, die strukturelle Ungleichheiten und belastende Lebens- und Arbeitsbedingungen sichtbar machen.

Im Fokus stehen dabei unter anderem Arbeitsbedingungen im Haushalt sowie in Fabriken und Betrieben. Zu sehen sind etwa Haushaltsgegenstände, die schwere Verbrennungen verursachen konnten, explodierten oder giftige Substanzen freisetzten. Auch Korsetts spielen eine Rolle – Kleidungsstücke, die nicht nur das Atmen erschwerten, sondern sinnbildlich auch das Lautwerden und Einfordern von Rechten wie dem Frauenwahlrecht oder der Gleichberechtigung behinderten. Anja Grothe betonte, dass das Korsett nach dem Ersten Weltkrieg, in der Zeit der Weimarer Republik, vergleichsweise schnell aus dem Alltag verschwand.

Die „Galerie der Namenlosen“

Ein besonders eindrücklicher Teil der Ausstellung ist der Bereich „Galerie der Namenlosen“. In der Kunstsammlung des Museums sind nur etwas mehr als ein Drittel der dargestellten Frauen namentlich bekannt, während fast 90 Prozent der Männer identifiziert sind. Diese Ungleichheit macht sichtbar, wie selektiv Erinnerungskultur funktioniert.

Das Museumsteam hat einige dieser namenlosen Frauen als Reproduktionen zusammengestellt und lädt die Besucherinnen und Besucher aktiv zur Beteiligung ein: In der Ausstellung liegen Hefte bereit, in denen den dargestellten Frauen ein Name gegeben oder eine Geschichte geschrieben werden kann – etwa darüber, weshalb sie wütend gewesen sein könnten.

Zitate als Denkanstöße

Ergänzt wird die Ausstellung durch Zitate bekannter Persönlichkeiten, die den Bildern zur Seite gestellt sind und aktuelle gesellschaftliche Zustände spiegeln oder kommentieren. Vertreten sind unter anderem Donald Trump, Martin Luther, Hildegard Knef und Badmómzjay. Die Zitate sollen irritieren, provozieren und zum Nachdenken anregen – ganz im Sinne des Ausstellungstitels.

(Quelle: Stadt Brandenburg an der Havel) 

Öffnungszeiten

Die Ausstellung „WTF – Wut trifft Feminismus im Museum“ ist im Stadtmuseum mindestens bis zum Internationalen Museumstag am 17. Mai 2026 zu erleben.
geöffnet ist dienstags bis sonntags jeweils von 13:00 bis 17:00 Uhr.

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