Zum 125. Geburtstag des Klinikums stärkt das Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel die Herz- und Gefäßmedizin: Drei moderne Herzkatheterlabor und ein neuer Hybrid-Operationssaal verbessern die Versorgung der Menschen in der Region.
Pünktlich zum 125-jährigen Bestehen des Universitätsklinikums Brandenburg an der Havel (UKB) ist der An- und Erweiterungsbau am Haus 2 am 1. Juli 2026 vollständig in Betrieb gegangen. Geschäftsführerin Gabriele Wolter übergab den neuen Bereich gemeinsam mit den Chefärzten der Kardiologie und der Gefäßchirurgie an den klinischen Betrieb. Im Mittelpunkt stehen drei moderne Herzkatheterlabor und ein neuer Hybrid-Operationssaal. Sie schaffen zusätzliche Kapazitäten, ermöglichen präzisere Eingriffe und verbessern die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Herz- und Gefäßerkrankungen spürbar.
Mehr Kapazität, modernere Technik und kürzere Wege
Aus bisher zwei Messplätzen sind drei hochmoderne Herzkatheterlabor geworden: Zwei Labore wurden neu errichtet, eines grundlegend modernisiert. Darüber befindet sich der neue Hybrid-Operationssaal, in dem ein vollwertiger OP-Bereich mit hochauflösender Bildgebung kombiniert wird. Ergänzend entstanden zusätzliche Flächen für die diagnostische Arbeit der Teams sowie eigene Wartezonen für Patientinnen und Patienten.
Für die Versorgung bedeutet das:
- Mit drei statt zwei Messplätzen können mehr Menschen behandelt werden.
- Akute Notfälle wie ein Herzinfarkt lassen sich rund um die Uhr schneller versorgen.
- Die neue Bildgebung arbeitet präziser und kommt mit einer geringeren Strahlendosis aus.
- Im Hybrid-Operationssaal können komplexe Gefäßeingriffe minimalinvasiv erfolgen. Das ist besonders für ältere und schwer kranke Menschen schonender und kann die Erholung beschleunigen.
„125 Jahre Krankenhaus in Brandenburg an der Havel heißt: 125 Jahre Verantwortung für die Menschen in unserer Region. Diese Verantwortung endet nicht mit dem Rückblick. Mit den neuen Laboren und dem Hybrid-OP geben wir unseren Ärztinnen und Ärzten genau die Mittel an die Hand, die sie für eine Versorgung auf dem aktuellen Stand der Medizin brauchen“, sagt Gabriele Wolter, Geschäftsführerin des UKB.
„Beim Herzinfarkt zählt jede Minute. Mit dem dritten Messplatz verlieren wir keine Zeit mehr, wenn mehrere Notfälle gleichzeitig eintreffen. Zugleich zeigt uns die neue Technik die Herzkranzgefäße so genau wie nie zuvor – bei geringerer Strahlendosis“, erläutert Prof. Dr. Oliver Ritter, Klinikdirektor der Klinik für Kardiologie, Nephrologie & Pneumologie.
„Für unsere Patientinnen und Patienten heißt das: Die Versorgung wird schneller und sicherer. Zudem müssen Herzkatheteruntersuchungen und Schrittmacher-Operationen aufgrund der Gesundheitsreform zunehmend ambulant erfolgen. Mit den drei Herzkatheterräumen und dem neuen Überwachungsbereich sind wir auf diese Anforderungen gut vorbereitet.“
PD Dr. med. Andrej Udelnow, Chefarzt der Gefäßchirurgie, sagt: „Mit dem neu gebauten Hybridsaal verfügen wir über die weltweit aktuell modernste Anlage. Sie ermöglicht nicht nur eine genaue Röntgenbildgebung der Gefäße, sondern auch die Fusion mit bereits vorhandenen Untersuchungen sowie den Einsatz von Ultraschall innerhalb der Gefäße. Das spart Strahlenbelastung und Kontrastmittel und erreicht eine Genauigkeit, die bislang unerreichbar schien. Damit sind wir in einer neuen Ära der Medizin angekommen. Diese werden wir mit KI-gestützten Technologien weiterentwickeln, um jeder Patientin und jedem Patienten eine individuelle und zielgenaue Behandlung zu ermöglichen. Während die Herz-Gefäß-Medizin in vielen Kliniken des Landes nur eine Abteilungs- oder Nischenrolle spielt, hat die gemeinsame, hochmoderne und exzellente Behandlung hier in Brandenburg seit jeher Priorität.“
Investition in die Region
In den Bau flossen rund 12,5 Millionen Euro, in die medizintechnische Ausstattung weitere rund 4,1 Millionen Euro. Die Geräte sind Teil der langfristigen Technologiepartnerschaft, die das UKB 2022 mit Philips geschlossen hat und die den Gerätepark des Universitätsklinikums über zehn Jahre erneuert. Der Hybrid-Operationssaal ist unter anderem mit einer Angiographie-Plattform von Philips für bildgestützte Eingriffe ausgestattet. Nach einer anspruchsvollen Bau- und Planungsphase steht der Bereich nun vollständig zur Verfügung.
„Während auf Bundesebene über die Zukunft der Kliniken gestritten wird, schafft unsere Stadt Fakten: Wir investieren in ein Klinikum, das in kommunaler Hand bleibt. Der neue Bereich sichert die Versorgung von Herz- und Gefäßpatientinnen und -patienten für die kommenden Jahre und zeigt, dass sich die Menschen hier auf ihr Krankenhaus verlassen können“, betont Oberbürgermeister Daniel Keip, zugleich Vorsitzender des Aufsichtsrats.
„Gute Medizintechnik zeigt ihren Wert erst am Patienten. In Brandenburg an der Havel ist genau das gelungen: Mit dem neuen Hybrid-OP und den erweiterten Herzkatheterkapazitäten schaffen wir nicht nur moderne Räume. Wir schaffen die Grundlage für eine noch bessere medizinische Versorgung der Menschen in Brandenburg und der gesamten Region. Wir freuen uns, unsere vertrauensvolle Partnerschaft mit dem UKB langfristig fortzuführen und gemeinsam die Voraussetzungen für eine exzellente, zukunftsfähige medizinische Versorgung weiter auszubauen“, sagen Uwe Hubrig, Customer Delivery Manager & Multi Vendor Service Lead DACH, und Imke Basilon, Turnkey Manager der Philips GmbH Market DACH.
125 Jahre am Standort
Das Krankenhaus wurde am 1. Juli 1901 gegründet. Aus einem Haus mit rund 30 Beschäftigten ist das Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel mit heute mehr als 2.500 Mitarbeitenden entstanden. Als Haus der Schwerpunktversorgung und Hochschulklinikum der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) versorgt es jährlich rund 26.000 stationäre und 65.000 ambulante Patientinnen und Patienten in 19 Fachkliniken. Es zählt zu den leistungsstärksten Kliniken des Landes und bildet gemeinsam mit den Ruppiner Kliniken, der Immanuel Klinik Rüdersdorf sowie dem Immanuel Klinikum Bernau Herzzentrum Brandenburg das Universitätsklinikum der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB).
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- Universitätsklinikum Brandenburg an der Havel