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Start für Heidelberger Drohnenabwehrsystem in Brandenburg

Am 14. April wurde das Joint Venture ONBERG Autonomous Systems ins Leben gerufen – ein Meilenstein für die Sicherheitstechnologie.
Das mobile Drohnenabwehrsystem. © Stadt Brandenburg an der Havel / Heidelberg
Das mobile Drohnenabwehrsystem. © Stadt Brandenburg an der Havel / Heidelberg
Inhaltsverzeichnis

Am 14. April fiel am traditionsreichen HEIDELBERG-Standort in Brandenburg an der Havel der offizielle Startschuss für ein zukunftsweisendes Technologieprojekt: das Joint Venture ONBERG Autonomous Systems (Drohnenabwehrsystem). Hinter diesem Namen steht eine strategische Partnerschaft zwischen der HD Advanced Technologies GmbH (HDAT), einer Tochter der Heidelberger Druckmaschinen AG, und dem amerikanisch-israelischen Unternehmen Ondas Autonomous Systems (OAS).

Die Firmenchefs mit den geladenen Spitzenpolitikern. © Stadt Brandenburg an der Havel / Heidelberg
Die Firmenchefs mit den geladenen Spitzenpolitikern. © Stadt Brandenburg an der Havel / Heidelberg

Mit ONBERG entsteht in Brandenburg ein Zentrum für moderne Drohnenabwehr – ein Thema, das angesichts der aktuellen Sicherheitslage zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Eine Antwort auf neue Bedrohungen mit Drohnenabwehrsystem

Drohnen sind längst nicht mehr nur Spielzeug oder Werkzeug für Filmaufnahmen. In den letzten Jahren hat sich ihr Einsatz stark verändert. Sie werden zunehmend auch für kritische Zwecke genutzt, etwa zur Spionage oder Sabotage. Besonders gefährdet sind dabei sogenannte kritische Infrastrukturen – also Einrichtungen, deren Ausfall massive Folgen hätte. Dazu zählen unter anderem Energieversorger, Wasserwerke oder Verkehrsknotenpunkte. Genau hier setzt ONBERG an. Das Unternehmen entwickelt autonome Systeme, die solche Bedrohungen frühzeitig erkennen und neutralisieren können. Ziel ist es, potenzielle Angriffe zu verhindern, bevor sie überhaupt Schaden anrichten.

Ein integriertes System für maximale Sicherheit

Eine eingefangene Drohne. © Stadt Brandenburg an der Havel / Heidelberg
Eine eingefangene Drohne.© Stadt Brandenburg an der Havel / Heidelberg

Das Besondere an der ONBERG-Technologie ist ihr ganzheitlicher Ansatz. Statt einzelne Lösungen anzubieten, setzt das Unternehmen auf ein vollständig integriertes System. Dieses umfasst:

  • Erkennung: Frühzeitiges Identifizieren von Drohnen durch moderne Sensorik
  • Steuerung: Analyse und Bewertung der Situation in Echtzeit
  • Abwehr: Aktive Maßnahmen zur Neutralisierung der Bedrohung

Alle Komponenten greifen nahtlos ineinander und ermöglichen so eine schnelle und effektive Reaktion. Bei der Präsentation vor Ort wurden diese Systeme erstmals live demonstriert – ein wichtiger Meilenstein für das junge Unternehmen.

Internationale Zusammenarbeit trifft deutsche Industriekompetenz

Ein zentraler Erfolgsfaktor des Projekts ist die enge Zusammenarbeit internationaler Partner. Während Ondas Autonomous Systems technologische Expertise im Bereich autonomer Systeme einbringt, steht HDAT für deutsche Ingenieurskunst und industrielle Umsetzungskraft.

Eric Brock, Vorstandsvorsitzender und CEO von Ondas Inc., unterstrich die Bedeutung dieser Kooperation: ONBERG sei ein entscheidender Schritt, um fortschrittliche autonome Verteidigungsfähigkeiten in Europa zu etablieren. Die Kombination aus bewährter Technologie und industrieller Stärke ermögliche es, marktreife Systeme nicht nur für Europa, sondern auch für internationale Märkte bereitzustellen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt: Entwicklung, Produktion und Betrieb erfolgen vollständig am Standort Brandenburg an der Havel. Gleichzeitig ist das Projekt in europäische Lieferketten eingebunden – ein klares Signal für technologische Souveränität und wirtschaftliche Vernetzung innerhalb Europas.

Politische Unterstützung und klare Standortvorteile

Die Bedeutung des Projekts zeigt sich auch an der hochrangigen politischen Präsenz bei der Eröffnung. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke bezeichnete die Entscheidung für Brandenburg als „starkes Bekenntnis zur Innovationskraft des Landes“. Er betonte, dass hier Sicherheitstechnologie von strategischer Bedeutung entstehe – verbunden mit hochwertigen Arbeitsplätzen und einer weiteren Stärkung des Hightech-Standorts Brandenburg.

Woidke machte zudem deutlich, dass angesichts wachsender Bedrohungen der Schutz kritischer Infrastrukturen oberste Priorität habe. ONBERG liefere genau die Technologien, die dafür notwendig seien: Systeme, mit denen gefährliche Drohnen abgefangen und Angriffe verhindert werden können.

Auch auf kommunaler Ebene wird das Projekt positiv bewertet. Daniel Keip, Oberbürgermeister von Brandenburg an der Havel, sieht in der Ansiedlung ein starkes Signal für die Region. Investitionen dieser Art seien entscheidend für die Sicherung des Industriestandorts und ein wichtiger Impuls für Arbeitsplätze sowie die Ansiedlung neuer Schlüsseltechnologien.

Brandenburg als Zukunftsstandort für Sicherheits- und Drohnentechnologie

Mit dem Start von ONBERG positioniert sich Brandenburg zunehmend als wichtiger Standort für Sicherheits- und Drohnentechnologie. Die Kombination aus industrieller Tradition, internationaler Kooperation und politischer Unterstützung schafft ideale Voraussetzungen für Innovationen in diesem Bereich.

Gleichzeitig zeigt das Projekt, wie sich klassische Industrieunternehmen wie HEIDELBERG erfolgreich neu ausrichten können. Die Erweiterung in sicherheitsrelevante Technologiefelder eröffnet neue Märkte und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit.

(Quelle: Pressemitteilung Stadt Brandenburg)