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Seniorenwoche in Brandenburg: Lebensqualität im Fokus

Erlecke und Keip zeichneten engagierte Senioren aus. © Stadt Brandenburg an der Havel / René Paul-Peters

Erlecke und Keip zeichneten engagierte Senioren aus. © Stadt Brandenburg an der Havel / René Paul-Peters

Die 32. Seniorenwoche würdigt Engagement und thematisiert Herausforderungen des Älterwerdens in Brandenburg an der Havel.
Inhaltsverzeichnis

Die 32. Brandenburgische Seniorenwoche stand in diesem Jahr im Zeichen des demografischen Wandels und der Frage, wie sich die Lebensqualität älterer Menschen in Brandenburg an der Havel sichern und verbessern lässt. Bei einer feierlichen Veranstaltung im gut besuchten Rolandsaal des Altstädtischen Rathauses wurden sowohl das Engagement älterer Menschen gewürdigt als auch zentrale Herausforderungen des Älterwerdens thematisiert.

Demografischer Wandel als Aufgabe und Chance

In Brandenburg an der Havel leben rund 74.000 Menschen. Davon sind bereits 28,5 Prozent 65 Jahre oder älter, knapp 7.700 Einwohnerinnen und Einwohner haben das 80. Lebensjahr überschritten. Diese Entwicklung macht deutlich, dass der demografische Wandel die Stadt vor neue Aufgaben stellt, zugleich aber auch Chancen eröffnet.

Gruppenbild mit allen ausgezeichneten Seniorinnen und Senioren zur Seniorenwoche 2026. © Stadt Brandenburg an der Havel / René Paul-Peters
Gruppenbild mit allen ausgezeichneten Seniorinnen und Senioren zur Seniorenwoche 2026. © Stadt Brandenburg an der Havel / René Paul-Peters

Oberbürgermeister Daniel Keip brachte die Bedeutung des Älterwerdens in seiner Ansprache auf den Punkt: „Alter ist keine Bremse. Alter ist Erfahrung. Alter ist Haltung. Und sehr oft ist Alter Engagement.“ Ältere Bürgerinnen und Bürger prägen das gesellschaftliche Leben der Stadt maßgeblich – in Vereinen, Kirchengemeinden, Nachbarschaften und sozialen Initiativen.

Ehrung für langjähriges Ehrenamt

Ein Höhepunkt der Seniorenwoche war die Auszeichnung langjährig engagierter Ehrenamtlicher. Geehrt wurden Thomas Walter Haas, Reiner Heublein, Eberhard Pchalek, Wolfgang Süß, Detlef Petersen, Anette Drehmann, Karin Gericke, Monika Kaufmann und Marita Pöhlke für ihren besonderen Einsatz.

Die Ehrung unterstreicht, welchen hohen Stellenwert freiwilliges Engagement für das Gemeinwesen hat und wie sehr Brandenburg an der Havel auf die Erfahrung und Mitwirkung älterer Menschen baut.

Angebote für ein selbstbestimmtes Leben im Alter

Die Stadt Brandenburg an der Havel unterstützt ältere Menschen mit vielfältigen Angeboten, die ein selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe fördern. Dazu gehören unter anderem:

  • Begegnungsstätten
  • Besuchsdienste
  • Beratungsangebote
  • Projekte zur sozialen Teilhabe

Diese Maßnahmen werden durch kommunale Förderungen und Landesprogramme unterstützt. Ziel ist es, soziale Isolation zu vermeiden und die Teilhabe am öffentlichen Leben zu stärken. Positiv hervorgehoben wurde zudem die Partnerschaft mit der Ehrenamtskarte Berlin-Brandenburg, die zusätzlich Anerkennung für ehrenamtliches Engagement schafft.

Herausforderungen im Alltag älterer Menschen

Neben Anerkennung und Unterstützung wurden auch konkrete Probleme benannt. Oberbürgermeister Keip kritisierte mögliche Einschränkungen im öffentlichen Nahverkehr, durch die einzelne Ortsteile vom städtischen Leben abgekoppelt werden könnten.

Auch beim Wohnen sieht die Stadt Handlungsbedarf: Es müsse ausreichend bezahlbarer Wohnraum für Menschen aller Einkommensgruppen geben, damit ältere Bürgerinnen und Bürger ihren Bedürfnissen entsprechend leben können.

Diskriminierung und digitale Teilhabe

Der Vorsitzende des Seniorenbeirats, Andreas Erlecke, sprach auch Formen der Benachteiligung älterer Menschen an. Diese zeigen sich etwa bei Bewerbungen, Kreditvergaben oder in Debatten über verpflichtende Führerscheinprüfungen im höheren Alter.

Zugleich warnte er davor, dass die fortschreitende Digitalisierung ältere Menschen ausschließen könnte. Um dem entgegenzuwirken, brauche es neben digitalen Angeboten weiterhin analoge Zugänge und persönliche Ansprechpartner.

Festlicher Rahmen der Veranstaltung

Das Ensemble „Bülow-Bogen“ sorgte für musikalische Unterhaltung. © Stadt Brandenburg an der Havel / René Paul-Peters
Das Ensemble „Bülow-Bogen“ sorgte für musikalische Unterhaltung. © Stadt Brandenburg an der Havel / René Paul-Peters

Für den feierlichen Rahmen sorgten die Kinder der Kindertagesstätte Nordmännchen sowie das Ensemble „Bülow-Bogen“ der Städtischen Musikschule Vicco von Bülow. Sie begleiteten das Programm musikalisch und künstlerisch.

Die Seniorenwoche in Brandenburg an der Havel macht deutlich, wie wichtig die Anerkennung des Engagements älterer Menschen ist. Gleichzeitig zeigt sie, dass eine altersfreundliche Stadtentwicklung nur gelingt, wenn Herausforderungen wie Mobilität, Wohnen, Teilhabe und Zugänglichkeit aktiv angegangen werden. Damit ist die Seniorenwoche nicht nur ein festlicher Anlass, sondern auch ein wichtiger Impuls für die Zukunft der Stadt.

(Quelle: Pressemitteilung Stadt Brandenburg)

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