Extreme Hitze ist längst kein seltenes Ausnahmeereignis mehr. Hohe Temperaturen können für viele Menschen zu einer ernsthaften gesundheitlichen Belastung werden – insbesondere für ältere Menschen, Babys und Kleinkinder, Schwangere sowie Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen.
Wie man sich selbst schützen und gleichzeitig aufmerksam auf andere Menschen im eigenen Umfeld achten kann, stand im Mittelpunkt einer Hitzeschutzveranstaltung in Brandenburg an der Havel. Dabei wurden neue Hitzehelferinnen und Hitzehelfer ausgebildet, die künftig besonders gefährdete Menschen während Hitzeperioden unterstützen können.
Organisiert wurde die Veranstaltung vom Verein BÄR meets ADLER e. V., der seit 2024 Hitzeschutzprojekte in Brandenburg an der Havel umsetzt. Seit 2025 arbeitet der Verein dabei auch mit der Stadt Brandenburg an der Havel zusammen.
Hitzeschutz beginnt im Alltag
„Hitze ist eines der größten klimabedingten Gesundheitsrisiken unserer Zeit. Wirksamer Hitzeschutz beginnt nicht erst im Ernstfall, sondern im Alltag“, betont Catrin Krüger vom städtischen Gesundheitsamt.
Dabei geht es nicht immer um große Maßnahmen. Oft können bereits kleine Dinge einen wichtigen Unterschied machen: Nachbarn nach ihrem Befinden fragen, Angehörige an ausreichendes Trinken erinnern oder älteren Menschen bei einem Einkauf helfen. Gerade Menschen, die allein leben oder während einer Hitzeperiode nur wenig Unterstützung haben, können von einem aufmerksamen Umfeld profitieren.
Was machen Hitzehelferinnen und Hitzehelfer?
Die Hitzehelferinnen und Hitzehelfer sollen vor allem im direkten persönlichen Umfeld aktiv werden. Ihre Aufgabe besteht nicht darin, medizinische Hilfe zu ersetzen. Vielmehr geht es darum, aufmerksam zu sein, rechtzeitig zu reagieren und gefährdete Menschen im Alltag zu unterstützen.
Dazu können beispielsweise gehören:
- ältere oder pflegebedürftige Menschen regelmäßig nach ihrem Wohlbefinden fragen
- an ausreichendes Trinken erinnern
- bei Einkäufen unterstützen
- mit dem Hund Gassi gehen
- bei Bedarf für Abkühlung sorgen
- auf mögliche Anzeichen einer gesundheitlichen Überlastung achten
- bei ernsten Beschwerden rechtzeitig professionelle Hilfe holen
„Kleine Handgriffe können dabei große Wirkung entfalten. Hinschauen, unterstützen und wissen, wann Hilfe notwendig ist, ist oft viel wert“, erklärt Schulungsleiterin Laura Kießling.
Hitze kann zur gesundheitlichen Gefahr werden
Besonders anhaltende Hitzeperioden können den menschlichen Körper stark belasten. Durch starkes Schwitzen verliert der Körper Flüssigkeit und wichtige Mineralstoffe. Eine Dehydration, also ein Flüssigkeitsmangel, kann die Folge sein.
Mögliche erste Warnzeichen sind:
- Erschöpfung und starke Müdigkeit
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Muskelkrämpfe
- Übelkeit
- Kurzatmigkeit
Wer solche Beschwerden bei sich selbst oder anderen feststellt, sollte die betroffene Person aus der Hitze bringen, für Abkühlung sorgen und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, sofern die Person selbstständig trinken kann.
Bei schweren Symptomen ist dagegen schnelles Handeln gefragt. Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle oder schwere Atemnot sind medizinische Notfälle. In diesen Fällen muss sofort der Rettungsdienst unter 112 verständigt werden.
Erste Hilfe bei Hitzeschäden
Auch die Erste Hilfe war Bestandteil der dreistündigen Schulung. Patricia Bull von der Johanniter-Unfall-Hilfe vermittelte den Teilnehmenden, wie sich hitzebedingte Notlagen erkennen lassen und welche Maßnahmen im Ernstfall erforderlich sind. Damit erhielten die zukünftigen Hitzehelferinnen und Hitzehelfer nicht nur Informationen über die gesundheitlichen Folgen extremer Temperaturen, sondern auch praktische Kenntnisse für Situationen, in denen schnelle Unterstützung notwendig werden kann.
Einfache Hitzetipps können viel bewirken
Hitzeschutz muss nicht kompliziert sein. Bereits einige einfache Verhaltensweisen können dabei helfen, den Körper an heißen Tagen zu entlasten.
Dazu gehören unter anderem:
Ausreichend trinken: Auch ohne ausgeprägtes Durstgefühl sollte regelmäßig Flüssigkeit aufgenommen werden.
Hitze vermeiden: Körperliche Anstrengungen und längere Aufenthalte in der prallen Sonne sollten möglichst auf die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegt werden.
Wohnung kühl halten: Räume möglichst früh morgens und spät abends lüften. Tagsüber können geschlossene Fenster, Rollläden oder Vorhänge helfen, die Hitze draußen zu halten.
Leichte Kleidung tragen: Helle, luftige Kleidung und gegebenenfalls eine Kopfbedeckung schützen vor übermäßiger Hitze und direkter Sonneneinstrahlung.
Auf andere achten: Besonders ältere Menschen, alleinlebende Personen, kleine Kinder und Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen sollten während längerer Hitzeperioden regelmäßig kontaktiert werden.
Die Stadt Brandenburg an der Havel hat weitere Informationen und praktische Hitzetipps zusammengestellt.
Gemeinsam aufmerksam sein
Während der dreistündigen Veranstaltung wurden die Teilnehmenden umfassend über die Gefahren von Hitze, mögliche gesundheitliche Folgen und konkrete Hilfsmöglichkeiten informiert. Im Mittelpunkt stand dabei eine einfache, aber wichtige Botschaft: Hitzeschutz funktioniert nicht nur durch persönliche Vorsorge, sondern
Wenn Nachbarn, Freunde, Angehörige oder Bekannte während einer Hitzeperiode regelmäßig nach gefährdeten Menschen schauen, können Probleme frühzeitig erkannt werden. Gerade in einer Stadt wie Brandenburg an der Havel kann eine gut vernetzte Nachbarschaft damit einen wichtigen Beitrag zum Gesundheitsschutz leisten.
Laura Kießling bedankt sich ausdrücklich bei der Wohnungsbaugenossenschaft Brandenburg e.G. (WBG). Als Projektpartner stellte die WBG mit QuartierSpace den Veranstaltungsort zur Verfügung. Ebenso gilt der Dank der Johanniter-Unfall-Hilfe und insbesondere Patricia Bull für die kontinuierliche Unterstützung beim Thema Erste Hilfe bei Hitze.
Jetzt selbst Hitzehelferin oder Hitzehelfer werden
Wer sich engagieren und besonders gefährdete Menschen während Hitzeperioden unterstützen möchte, kann selbst Hitzehelferin oder Hitzehelfer werden.
Interessierte können sich direkt an BÄR meets ADLER e. V. wenden:
Telefon: 0151 51294458
E-Mail: [email protected]
Denn Hitzeschutz beginnt nicht erst dann, wenn der Notfall eingetreten ist. Er beginnt mit Aufmerksamkeit, gegenseitiger Unterstützung und der Bereitschaft, hinzuschauen.
Gemeinsam gegen die Hitze – und für ein gesundes Brandenburg an der Havel.
Hitze erkennen – richtig handeln
Extreme Hitze kann schnell zur gesundheitlichen Gefahr werden. Achten Sie deshalb auf sich selbst und auf Menschen in Ihrem Umfeld.
Warnzeichen ernst nehmen
Achten Sie unter anderem auf:
- starke Erschöpfung
- Kopfschmerzen
- Schwindel
- Muskelkrämpfe
- Übelkeit
- Kurzatmigkeit
Was Sie tun können
Betroffene Person aus der Hitze bringen, für Abkühlung sorgen und – sofern sie selbstständig trinken kann – ausreichend Flüssigkeit anbieten. Bei älteren oder besonders gefährdeten Menschen sollte regelmäßig nach dem Wohlbefinden gefragt werden.
Wann muss der Rettungsdienst kommen?
Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle oder schwere Atemnot sind Notfälle.
Sofort 112 wählen.
Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sollte die betroffene Person nicht allein gelassen und möglichst vor weiterer Hitze geschützt werden.
Hitzeschutz beginnt mit Aufmerksamkeit: Ein kurzer Anruf, ein Besuch oder die Frage „Wie geht es dir bei dieser Hitze?“ kann bereits viel bewirken.
- Weitere Informationen
- Hitzehelfer Brandenburg: Gemeinsam gegen die Hitze