Wer Ende Mai über den Marienberg blickt, wird nicht nur Bässe hören, sondern eine brandneue Festivalidee erleben. Mit dem DRØP Festival bekommt Brandenburg an der Havel erstmals eine Veranstaltung, die Rap-Kultur, gesellschaftliches Engagement und regionale Identität konsequent miteinander verbindet. Geborgen wurde das Festival durch den Brandenburger Eventorganisator Manon-Angelo Meiss.
Am 29. und 30. Mai 2026 verwandelte sich der Marienberg in einen Treffpunkt für Hip-Hop-Fans, Kulturinteressierte und Menschen, die Vielfalt und Gemeinschaft nicht nur als Schlagworte verstehen.
Während viele Festivals vor allem auf große Namen und maximale Reichweite setzen, verfolgt DRØP einen anderen Ansatz: Hier stehen Musik, Community und gesellschaftlicher Austausch gleichberechtigt nebeneinander. Die Veranstalter möchten einen Ort schaffen, an dem Menschen unabhängig von Herkunft, Identität oder Lebensrealität gemeinsam feiern, diskutieren und Kultur erleben können.
Ein Line-up zwischen Szenegrößen und neuen Stimmen
Das Herzstück des Festivals ist ein Programm, das unterschiedliche Facetten des deutschsprachigen Rap vereint. Dabei treffen etablierte Künstler aufspannende Newcomer und regionale Talente.
Zu den Headlinern gehören Audio88 & Yassin, die seit über 15 Jahren zu den prägendsten Stimmen des kritischen Deutschrap zählen. Mit ihrer Mischung aus scharfem Humor, gesellschaftlicher Analyse und kompromissloser Haltung haben sie sich vom Underground-Geheimtipp zu einem festen Bestandteil der deutschen Festivallandschaft entwickelt. Ihre Texte treffen oft genau dort, wo es unbequem wird, und machen sie zu einem der spannendsten Live-Acts des Landes.
Ebenso prominent vertreten ist Fatoni. Der Münchner Rapper verbindet Wortwitz, Selbstironie und gesellschaftliche Beobachtungen wie kaum ein anderer Künstler seiner Generation. Seine Songs bewegen sich zwischen Alltag, Politik und persönlicher Reflexion. Nach erfolgreichen Tourneen und zahlreichen Kollaborationen arbeitet er aktuell an neuem Material – beste Voraussetzungen also für einen besonderen Festivalauftritt auf dem Marienberg.
Mit Mädness & Döll stehen zudem zwei Brüder auf der Bühne, die für ehrlichen Rap ohne Trends und Klischees stehen. Ihr gemeinsames Album „Ich und mein Bruder“ gilt für viele Fans als eines der stärksten deutschsprachigen Rap-Alben der vergangenen Jahre. Die beiden beweisen eindrucksvoll, dass persönliches Storytelling und technische Klasse hervorragend zusammenpassen.
Brandenburg spielt eine Hauptrolle
Besonders bemerkenswert ist die starke Einbindung regionaler Künstler. Während viele Festivals lokale Acts lediglich als Vorprogramm betrachten, gehören sie beim DRØP Festival ausdrücklich zum Gesamtkonzept.
Mit Robird aus Potsdam steht ein Künstler auf der Bühne, dessen Musik von persönlichen Erfahrungen und emotionaler Tiefe lebt. Seine Songs entstehen aus Beobachtungen, Gesprächen und Erlebnissen und zeigen, dass Rap auch leise, nachdenklich und berührend sein kann.
Yah Yah VSM wiederum prägt die Hip-Hop-Kultur Brandenburgs seit mehr als zwei Jahrzehnten. Gemeinsam mit Produzent Dxrknet bringt er authentischen Rap aus der Havelstadt auf die Bühne. Beide stehen exemplarisch für die Leidenschaft und Eigenständigkeit der regionalen Szene.
Für energiegeladene Festivalmomente dürften Pimp P, Spaceship8 und ARCA saves u sorgen. Die drei Künstler stehen für moderne Sounds, kompromisslose Live-Energie und eine große Portion Selbstbewusstsein. Wer die aktuelle Entwicklung der Brandenburger Rap-Szene verfolgt, kommt an ihren Namen längst nicht mehr vorbei.
Mit Trauerberg erhält zudem eines der spannendsten Projekte aus Brandenburg an der Havel eine große Bühne. Das Kollektiv verbindet Rap mit elektronischen Einflüssen und schafft einen Sound, der sich bewusst zwischen den Genres bewegt. Ihre Shows gelten als mitreißend, überraschend und alles andere als gewöhnlich.
Komplettiert wird das regionale Aufgebot durch Cone. Der junge Künstler setzt auf klassische Hip-Hop-Tugenden, harte Rhymes und ehrliche Texte. Seine Musik erinnert daran, dass die Wurzeln des Genres auch heute noch eine wichtige Rolle spielen.
Rap aus dem Hinterland und mitten aus dem Leben
Dass starke Rapmusik nicht ausschließlich in Berlin, Hamburg oder Köln entsteht, zeigt die Hinterlandgang. Albert und Pablo stammen aus Demmin in Mecklenburg-Vorpommern und erzählen in ihren Songs vom Leben auf dem Land, von Freundschaft, Heimat und den Herausforderungen strukturschwacher Regionen. Gerade diese Perspektive hat ihnen eine treue Fangemeinde weit über Norddeutschland hinaus eingebracht.
Mit Amewu steht außerdem einer der technisch versiertesten Rapper Deutschlands auf der Bühne. Seine Texte beschäftigen sich mit sozialer Ungleichheit, Konsumkritik und gesellschaftlichen Entwicklungen. Dabei gelingt ihm die seltene Verbindung aus anspruchsvollen Inhalten und beeindruckender Live-Präsenz.
Zu den spannendsten jüngeren Künstlern des Festivals gehört Hexer. Seine Songs bewegen sich zwischen urbaner Melancholie, politischem Realismus und ehrlicher Selbstreflexion. Moderne Produktionen treffen auf klare Aussagen und Machen ihn zu einer der interessantesten Stimmen der jüngeren Deutschrap-Generation.
Mehr als Musik: Ein Festival mit Haltung
Das DRØP Festival versteht sich jedoch nicht nur als Konzertveranstaltung. Die Organisatoren möchten bewusst einen Raum schaffen, in dem Respekt, Offenheit und Vielfalt gelebt werden.
Deshalb sind auch Initiativen wie „Omas gegen Rechts“ und „Kein Bock auf Nazis“ Teil des Festivals. Ihre Präsenz unterstreicht den Anspruch, kulturelle Räume aktiv mit Haltung zu gestalten und ein deutliches Zeichen gegen Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit zu setzen.
Die Veranstalter betonen, dass sie einen Ort schaffen wollen, an dem sich Menschen sicher fühlen, sich ausdrücken können und gemeinsam feiern. Inspiration fanden sie dabei unter anderem beim bekannten Festival „Jamel rockt den Förster“, das seit Jahren für kulturelles Engagement gegen Rechtsextremismus steht.
Eine Bereicherung für Brandenburg an der Havel
Mit dem DRØP Festival entsteht nicht nur eine neue Veranstaltung, sondern ein neues kulturelles Format für die Stadt. Die Kombination aus bekannten Künstlern, regionalen Talenten und einer klaren gesellschaftlichen Botschaft macht das Festival einzigartig in der Region.
Der Marienberg bietet dafür die perfekte Kulisse. Hoch über der Havelstadt entsteht für zwei Tage ein Ort, an dem Musik, Begegnung und Gemeinschaft zusammenkommen. Besucherinnen und Besucher können neue Künstler entdecken, bekannte Acts erleben und gleichzeitig Teil einer Veranstaltung sein, die bewusst mehr sein möchte als reine Unterhaltung.
Wenn Ende Mai die ersten Beats über den Marienberg rollen, beginnt deshalb nicht einfach nur ein Festivalwochenende. Es entsteht ein Raum für Musik, Austausch und gemeinsame Erlebnisse – direkt aus der Szene, für die Szene.
- Weitere Informationen
- DRØP Festival









































