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Feuerwehren stärken: Brandschutzerziehung in Brandenburg

Neue Impulse für die Feuerwehren. Wichtige Weichenstellungen bei der Delegiertenversammlung stärken.
Der Versammlungsraum war bestens gefüllt. © Stadt Brandenburg an der Havel / Th. Messerschmidt
Der Versammlungsraum war bestens gefüllt.© Stadt Brandenburg an der Havel / Th. Messerschmidt
Inhaltsverzeichnis

Bei der jüngsten Delegiertenversammlung des Stadtfeuerwehrverbandes Brandenburg an der Havel e.V. gab es gleich mehrere Premieren und wichtige Weichenstellungen für die Zukunft des Brandschutzes in der Stadt. Zum ersten Mal nahmen der neue Feuerwehrleiter Sebastian Kalka sowie Oberbürgermeister Daniel Keip an der jährlichen Zusammenkunft teil. Der Verband, der seit 1994 die Interessen der Freiwilligen Feuerwehr, Jugendfeuerwehr und Berufsfeuerwehr vertritt, steht vor großen Herausforderungen – und will zugleich neue Impulse setzen und die Feuerwehren stärken.

Neue Führung und klare Prioritäten

Feuerwehrleiter Sebastian Kalka, Oberbürgermeister Daniel Keip, Stadtverordneter Norbert Langerwisch und Beigeordneter Thomas Barz zählten zu den Gästen der Delegiertenversammlung des Stadtfeuerwehrverbandes. © Stadt Brandenburg an der Havel / Th. Messerschmidt
Feuerwehrleiter Sebastian Kalka, Oberbürgermeister Daniel Keip, Stadtverordneter Norbert Langerwisch und Beigeordneter Thomas Barz zählten zu den Gästen der Delegiertenversammlung des Stadtfeuerwehrverbandes.© Stadt Brandenburg an der Havel / Th. Messerschmidt

Oberbürgermeister Daniel Keip, der erst seit wenigen Wochen im Amt ist, betonte in seiner Ansprache die Bedeutung eines modernen Gefahrenabwehrbedarfsplans. 

„Wir müssen bei der Ausstattung und den Feuerwehrgerätehäusern dringend nachziehen“, sagte er. Gleichzeitig machte er deutlich, dass die finanziellen Mittel begrenzt sind und Investitionen deshalb gezielt und wohlüberlegt erfolgen müssen. Doch eines steht für ihn fest: „Wir werden unseren Kameraden immer den Rücken stärken! Wann immer ihr Probleme oder Ratschläge habt, kommt auf mich oder Thomas Barz zu, wir haben immer ein offenes Ohr für euch!“ Auch Beigeordneter Thomas Barz lobte die Zusammenarbeit mit dem Verband und hob die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehren hervor: „95 Prozent aller Feuerwehren im Land sind Freiwillige Feuerwehren. Ohne sie wäre der Brandschutz und die Rettung nicht in vollem Umfang möglich. Deshalb gebührt ihnen jede Unterstützung.“

Große Einsatzzahlen und Investitionsbedarf

Feuerwehren stärken: Feuerwehrleiter Sebastian Kalka mit dem alten und neuen Vorstand des Stadtfeuerwehrverbandes. © Stadt Brandenburg an der Havel / Th. Messerschmidt
Feuerwehren stärken: Feuerwehrleiter Sebastian Kalka mit dem alten und neuen Vorstand des Stadtfeuerwehrverbandes. © Stadt Brandenburg an der Havel / Th. Messerschmidt

Feuerwehrleiter Sebastian Kalka berichtete von einer hohen Einsatzzahl im vergangenen Jahr: 316 Brand- und 1.270 Rettungseinsätze sowie über 17.000 Einsätze im bodengebundenen Rettungsdienst zeigen die enorme Belastung der Feuerwehr. Gleichzeitig wies er auf den Investitionsdruck bei Fahrzeugen und Liegenschaften hin. Positiv stimmt, dass sich die Personalsituation langsam entspannt: Acht Stellen für Leitstellendisponenten wurden ausgeschrieben, und 33 Bewerbungen gingen ein. Zudem werden in Kürze vier neue Rettungswagen sowie ein Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 20) und ein Tanklöschfahrzeug (TLF 4000) für die Freiwillige Feuerwehr in Dienst gestellt.

Mitgliederzahlen und Nachwuchsförderung

Sven Wolfram, 1. Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverband Brandenburg an der Havel e.V. © Stadt Brandenburg an der Havel / Th. Messerschmidt
Sven Wolfram, 1. Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverband Brandenburg an der Havel e.V. © Stadt Brandenburg an der Havel / Th. Messerschmidt

Sven Wolfram, Vorsitzender des Stadtfeuerwehrverbandes, stellte in seinem Rechenschaftsbericht die Mitgliederstruktur vor: Zum Jahresende 2025 zählte der Verband 801 Mitglieder, darunter 252 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr, 139 Mitarbeitende der Wachabteilungen und Leitstelle sowie 127 Kinder und Jugendliche in den Jugendfeuerwehren. Trotz dieser beeindruckenden Zahlen sei die notwendige Zahl an ehrenamtlichen Einsatzkräften in einigen Ortwehren noch nicht erreicht. Deshalb wolle man weiter aktiv um Mitglieder werben, denn im Notfall könne man nicht warten, bis Personal oder Geräte an anderer Stelle frei werden.

Wolfram betonte zudem, dass Feuerwehr mehr sei als nur Brände löschen oder technische Hilfe leisten. „Feuerwehr ist Kinder- und Jugendarbeit, das Vermitteln von Werten, gemeinschaftliches Zusammenleben und oft der kulturelle Mittelpunkt im Ortsteil. Die Feuerwehr steht für Offenheit gegenüber allen Religionen, Herkunft und Geschlechtern. Alle sind gleichberechtigt und vereint im Streben nach gegenseitiger Hilfe.“

Unterstützung, Ausstattung und neue Projekte

Im Bericht wurde auch die Vorstandsarbeit, Sitzungen der Ortwehrführer und Jugendwarte sowie die Beitragserhöhung des Landesfeuerwehrverbandes thematisiert. Besonders hervorgehoben wurde die Anschaffung eines Mannschaftszeltes im Wert von 7.000 Euro, gefördert durch das Ministerium für Bildung und Sport (MBS). Außerdem gibt es Hoffnung auf eine Wiederbelebung des traditionellen Leistungsvergleichs zwischen den Wehren im Ortsteil Schmerzke.

Für Wettkämpfe werden zwei Druckbegrenzungsventile benötigt, deren Kosten von etwa 1.300 Euro durch Spenden gedeckt werden sollen. Einen unerwarteten Geldsegen gab es im Oktober 2025 durch die Aktion „Antenne hilft helfen“, bei der der Verband 2.000 Euro erhielt. Damit konnten drei Brandschutzvorhänge angeschafft werden, die seit Januar 2026 drei Ortswehren bei der sicheren Brandbekämpfung unterstützen.

Reaktivierung der Brandschutzerziehung

Ein besonderes Anliegen ist die Reaktivierung der Brandschutzerziehung in 2026. Sven Wolfram bat um Unterstützung für Jennifer und Christian Schulz, die ein starkes Team aufbauen wollen, um diese wichtige Aufgabe für die Feuerwehr und die Bürger der Stadt zu übernehmen. Brandschutzerziehung ist ein zentraler Baustein, um das Bewusstsein für Sicherheit und Prävention schon bei Kindern und Jugendlichen zu fördern.

Ausblick und Dank

Nach dem Kassenbericht und der einstimmigen Entlastung wurde der Vorstand bestätigt. Die nächste Delegiertenversammlung ist für den 20. März 2027 geplant. Insgesamt zeigt die Versammlung, wie wichtig es ist, die Feuerwehren in Brandenburg an der Havel zu stärken, sowohl personell als auch materiell, und die Brandschutzerziehung als präventive Maßnahme wieder in den Fokus zu rücken. Die engagierte Zusammenarbeit von Stadt, Verband und Feuerwehrleuten bildet dabei die Grundlage für ein sicheres und starkes Brandenburg an der Havel.

(Quelle: Pressemitteilung Stadt Brandenburg)

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