Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel und zahlreiche politische Wegbegleiter nahmen am 12. Dezember 2009 Abschied vom ehemaligen Bundeswirtschaftsminister und FDP-Ehrenvorsitzenden.
Rund 500 Trauergäste versammelten sich am 12. Dezember 2009 im Dom St. Peter und Paul in Brandenburg an der Havel, um Otto Graf Lambsdorff die letzte Ehre zu erweisen. Unter den Gästen waren Bundespräsident Horst Köhler, Bundeskanzlerin Angela Merkel, der damalige FDP-Vorsitzende Guido Westerwelle sowie die ehemaligen Außenminister Hans-Dietrich Genscher und Klaus Kinkel.
Der frühere Bundeswirtschaftsminister war am 5. Dezember 2009 im Alter von 82 Jahren gestorben. Die Trauerfeier in Brandenburg folgte seinem ausdrücklichen Wunsch. Einen staatlichen Trauerakt hatte Lambsdorff für sich abgelehnt.
Ein persönlicher Abschied an einem besonderen Ort
Die Wahl des Brandenburger Doms als Ort der Trauerfeier war eng mit Lambsdorffs persönlicher Lebensgeschichte verbunden. Von 1941 bis 1944 besuchte er die Ritterakademie in Brandenburg an der Havel. Die Jahre seiner Jugend und die Verbindung zum Dom prägten seine lebenslange Beziehung zur Stadt.
Auch nach dem Ende seiner Schulzeit blieb er Brandenburg verbunden. 1995 gehörte Lambsdorff zu den Mitgründern des Fördervereins Dom zu Brandenburg. Später wurde er Ehrendomherr.
Keine politischen Nachrufe – ein Gottesdienst nach seinem Wunsch
Die Trauerfeier war bewusst schlicht gehalten. In einer hinterlassenen Verfügung hatte Lambsdorff festgelegt: „Der Pfarrer möchte Gott für mein Leben danken – keine weiteren Reden.“
Die Predigt hielt der damalige Altbischof Wolfgang Huber. Er würdigte Lambsdorff als eine Persönlichkeit, deren Stimme, Urteilskraft und Humor fehlen würden. Während des etwa einstündigen Gottesdienstes warteten zahlreiche Fotografen und Kamerateams vor dem Dom. Auf Wunsch der Familie waren Aufnahmen aus dem Inneren des Gotteshauses nicht vorgesehen.
Nach dem Gottesdienst wurde der mit roten Rosen geschmückte Sarg aus dem Dom getragen. Die Trauergäste verabschiedeten sich anschließend bei einem Empfang im privaten Rahmen.
Letzte Ruhestätte in Stahnsdorf
Die eigentliche Beisetzung erfolgte im Februar 2010 im engsten Familienkreis. Otto Graf Lambsdorff fand seine letzte Ruhestätte im Familiengrab auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf südlich von Berlin.
Die Trauerfeier im Brandenburger Dom bleibt ein besonderes Ereignis in der jüngeren Stadtgeschichte. Sie erinnerte nicht nur an einen prägenden Politiker der Bundesrepublik, sondern auch an einen Mann, der Brandenburg an der Havel seit seiner Jugend eng verbunden war.
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