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Werner Jumpertz auf dem SPD-Parteitag 2024
Werner Jumpertz auf dem SPD-Parteitag 2024

Werner Jumpertz ist tot: Ein Leben für Brandenburg/Havel

Werner Jumpertz ist am 20. Oktober 2026 gestorben. Der frühere VBBr-Chef, SPD-Politiker und langjährige Sportfunktionär prägte Brandenburg / Havel über Jahrzehnte.
Inhaltsverzeichnis

Ob Verkehrsbetriebe, Kommunalpolitik, Sport oder Karneval: Werner Jumpertz hat Brandenburg an der Havel über Jahrzehnte mitgeprägt. Der gebürtige Kölner engagierte sich für die Stadt und besonders für Hohenstücken. Nach kurzer, schwerer Krankheit ist er am 20. Oktober 2026 gestorben.

Brandenburg an der Havel verliert einen Menschen, der das Leben der Stadt über Jahrzehnte mitgestaltet hat. Werner Jumpertz war Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe, Stadtverordneter, langjähriger Vorsitzender des Stadtsportbundes und engagierter Sozialdemokrat. Dabei war er nicht nur in unterschiedlichen Funktionen aktiv. Er verstand es auch, Menschen zusammenzubringen und mit seiner rheinischen Frohnatur manches leichter zu machen.

Die SPD Brandenburg an der Havel und die Freunde der Brandenburger Straßenbahn haben an einen Mann erinnert, der beruflich, politisch und ehrenamtlich Spuren hinterlassen hat. Mehr als 50 Jahre gehörte Jumpertz der Sozialdemokratie an. Seine Verbundenheit mit der Stadt zeigte sich in vielen Bereichen – vom öffentlichen Nahverkehr über den Sport bis zum Engagement für Hohenstücken.

17 Jahre an der Spitze der Verkehrsbetriebe

Viele Brandenburgerinnen und Brandenburger kannten Werner Jumpertz vor allem als Geschäftsführer der Verkehrsbetriebe Brandenburg an der Havel (VBBr). 17 Jahre lang stand er an der Spitze des kommunalen Unternehmens und begleitete die Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs in der Havelstadt.

Ein wichtiges Ereignis fiel in diese Zeit: Unter seiner Leitung erhielt Brandenburg an der Havel 2013 einen neuen Zentralen Omnibusbahnhof. Auch die Bundesgartenschau 2015 hatte Jumpertz fest im Blick. Obwohl er das Rentenalter bereits erreicht hatte, wollte er dieses bedeutende Ereignis noch als Chef der Verkehrsbetriebe erleben.

Ende 2015 schied er aus dem Amt aus. Jörg Vogler übernahm die Leitung des kommunalen Unternehmens. Jumpertz blieb dem Nahverkehr und seiner Geschichte jedoch verbunden. Er war Ehrenmitglied der Freunde der Brandenburger Straßenbahn.

Der Verein erinnerte nach seinem Tod an einen Menschen, der nicht nur beruflich Verantwortung übernahm, sondern sich auch auf der politischen Bühne engagierte. Seine Arbeit bei den Verkehrsbetrieben war nur eine von mehreren Stationen, an denen er die Entwicklung Brandenburgs an der Havel mitprägte.

Mehr als 50 Jahre Sozialdemokrat

Auch in der Kommunalpolitik hinterließ Werner Jumpertz deutliche Spuren. Mehr als fünf Jahrzehnte gehörte er der SPD an und führte die Partei in Brandenburg an der Havel. Als Stadtverordneter setzte er sich für die Entwicklung der Stadt ein. Besonders eng verbunden war er mit Hohenstücken. „Sein Herz schlug für Hohenstücken“, heißt es in der Würdigung der SPD Brandenburg an der Havel.

Werner Jumpertz mit Nicole Näther und Daniel Keip 2024
Werner Jumpertz mit Nicole Näther und Daniel Keip 2024

Als Stadtverordneter und Mitglied des Bürgerbeirats engagierte sich Jumpertz für die Anliegen des Stadtteils. Besonders wichtig waren ihm Kinder und Jugendliche. Er setzte sich für das KiJu und die Weiterentwicklung des Skateparks ein. Zugleich achtete er darauf, dass Hohenstücken bei stadtpolitischen Entscheidungen angemessen berücksichtigt wurde.

Auch bei finanziellen Fragen brachte er seine berufliche Erfahrung ein. Sein kaufmännisches Wissen nutzte er in der Finanz- und Rechnungsprüfung der Stadtverordnetenversammlung. Jumpertz verband damit seine Erfahrungen aus dem Berufsleben mit seinem politischen Engagement.

Sein Einsatz beschränkte sich nicht auf repräsentative Aufgaben. Er brachte sich ein, vertrat seine Überzeugungen und scheute dabei offenbar auch Auseinandersetzungen nicht. Gerade diese Mischung aus Sachkenntnis, Tatkraft und klarer Haltung prägte sein Wirken.

Neun Jahre an der Spitze des Stadtsportbundes

Eine weitere wichtige Aufgabe fand Werner Jumpertz im Sport. Neun Jahre lang führte er den Stadtsportbund Brandenburg an der Havel ehrenamtlich. 2021 übergab er den Vorsitz an Gerd Wartenberg, der ohne Gegenstimme gewählt wurde.

Bei der Mitgliederversammlung auf der Regattastrecke wurde Jumpertz für seinen Einsatz gewürdigt. Für seine Verdienste um die Entwicklung des Sports in Brandenburg an der Havel und im Land Brandenburg erhielt er die Goldene Ehrennadel des Landessportbundes.

Wie sehr ihm der Vereinssport am Herzen lag, machte Jumpertz bei der Mitgliederversammlung 2021 deutlich. Mit Blick auf die Corona-Pandemie betonte er, wie elementar und unverzichtbar der Vereinssport für Gesundheit, Wohlbefinden und gesellschaftlichen Zusammenhalt sei. Die Pandemie habe eindrucksvoll gezeigt, welche Auswirkungen es habe, wenn gemeinsames Sporttreiben nicht mehr möglich sei.

Die Worte zeigen, dass Jumpertz Sport nicht allein als Bewegung oder Wettkampf verstand. Für ihn waren Vereine auch Orte der Begegnung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Während der Pandemie, als das Vereinsleben vielerorts zum Erliegen kam, wurde ihm zufolge besonders deutlich, was den Menschen fehlte.

Mit der Übergabe des Vorsitzes 2021 endete seine ehrenamtliche Führungsaufgabe im Stadtsportbund. Sein Einsatz für den Sport in der Stadt blieb dennoch ein wichtiger Teil seines Lebenswerks.

Dem Karneval und seiner rheinischen Heimat verbunden

Neben Politik, Nahverkehr und Sport gehörte auch der Karneval zu seinem Leben. Als gebürtiger Kölner brachte Werner Jumpertz seine rheinische Herkunft mit nach Brandenburg an der Havel. Dem Brandenburger Karneval blieb er über den BKC verbunden.

Werner Jumpertz als Senator des Brandenburger Karnevals-Clubs 1964 e. V. (BKC)
Werner Jumpertz als Senator des Brandenburger Karnevals-Clubs 1964 e. V. (BKC)

Wie selbstverständlich er seine Herkunft mit seinem Leben in der Havelstadt verband, zeigte sich bei einer Aktion vor gut 20 Jahren. Jumpertz entschied sich für ein Gericht aus seiner rheinischen Heimat: „Himmel un Ääd“. Der Name bedeutet „Himmel und Erde“ und steht für die Verbindung von Äpfeln und Kartoffeln. Bei der Aktion lud er die Gäste zu der rheinischen Spezialität ein, die mit Sauerkraut und Blutwurst serviert wurde.

Die Geschichte ist eine kleine, aber aufschlussreiche Erinnerung an den Menschen hinter den Ämtern und Funktionen. Sie erzählt von einem Kölner, der seine Herkunft nicht vergaß und in Brandenburg an der Havel zugleich eine neue Heimat fand.

Ein ruhiger Rheinländer mit unruhigem Geist

Sein Weg nach Brandenburg an der Havel führte über Umwege. Bevor Werner Jumpertz in der Havelstadt tätig wurde, arbeitete er in Chemnitz. Aus dieser Zeit erzählte er gern die Geschichte, dort „Ehrenpionier“ geworden zu sein.

Die Freunde der Brandenburger Straßenbahn beschrieben ihn als einen Menschen, der nach außen ruhig und gelassen wirkte, zugleich aber voller Tatendrang war. In ihrer Würdigung charakterisierten sie ihn als „unruhigen Geist“, dessen Leben vom Engagement geprägt gewesen sei. Auch seine streitbare Seite gehörte zu seiner Persönlichkeit.

Diese Beschreibung passt zu einem Mann, der sich nicht mit einer Zuschauerrolle zufriedengab. Jumpertz übernahm Verantwortung, brachte sich ein und vertrat seine Überzeugungen – im Beruf ebenso wie in der Politik und im Ehrenamt.

Seine rheinische Frohnatur machte dabei vieles leichter. Er konnte offenbar mit Menschen umgehen, ohne dabei auf eine eigene Haltung zu verzichten. Gerade in einer Stadt, in der kommunale Entwicklung, Vereinsleben und ehrenamtlicher Einsatz eng miteinander verbunden sind, hinterließ er auf diese Weise Spuren.

Abschied von einem engagierten Mitbürger

Werner Jumpertz hat Brandenburg an der Havel über Jahrzehnte mitgestaltet. Als Chef der Verkehrsbetriebe begleitete er die Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs. Als Sozialdemokrat und Stadtverordneter setzte er sich für die Stadt und besonders für Hohenstücken ein. Im Sport übernahm er jahrelang Verantwortung, und auch dem Karneval blieb er verbunden.

Sein Wirken zeigt, wie viel ein einzelner Mensch bewegen kann, wenn er sich über viele Jahre in unterschiedlichen Bereichen engagiert. Jumpertz war kein Mensch, der sich auf eine einzige Aufgabe beschränkte. Er brachte seine beruflichen Erfahrungen, seine politischen Überzeugungen und seine persönliche Art dort ein, wo er gebraucht wurde.

Am 20. Oktober 2026 ist Werner Jumpertz nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Die SPD Brandenburg an der Havel und die Freunde der Brandenburger Straßenbahn haben ihm für sein langjähriges Engagement gedankt und ihre Anteilnahme ausgesprochen.

Brandenburg an der Havel verliert mit ihm einen engagierten Mitbürger, der die Stadt und ihre Menschen über Jahrzehnte begleitet und mitgeprägt hat. Er wird seiner Familie, seinen Freunden und vielen Weggefährten fehlen.

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