Der DRK-Kreisverband Brandenburg an der Havel bestätigt eine zeitlich begrenzte Haustürwerbeaktion. Beauftragte Personen informieren über die Arbeit des Roten Kreuzes und werben um regelmäßige finanzielle Unterstützung. Der Kreisverband erklärt auch, wie Bürger die Aktion überprüfen können und welche Rolle Spenden bei der Finanzierung spielen.
Wer in Brandenburg an der Havel derzeit Besuch an der Haustür bekommt und um finanzielle Unterstützung für das Deutsche Rote Kreuz (DRK) gebeten wird, begegnet einer offiziellen Werbeaktion des örtlichen Kreisverbandes. Das bestätigte Andreas Griebel, Vorstand des DRK-Kreisverbandes Brandenburg an der Havel, auf Anfrage von Fotobrb.de.
Anlass für die Presseanfrage war eine Begegnung am 9. Oktober 2026. Dabei wurde an der Haustür um Unterstützung für den Kreisverband geworben. Die Spende sollte online erfolgen. Im Gespräch fiel zudem die Aussage, der Staat gebe dem DRK keine Unterstützung und deshalb seien Spenden notwendig.
DRK bestätigt offizielle Haustürwerbung
Wie der Kreisverband mitteilt, führen derzeit beauftragte Personen die zeitlich begrenzte Aktion durch. Ziel sei es, Bürgerinnen und Bürger über die Arbeit des Roten Kreuzes zu informieren und neue Fördermitglieder zu gewinnen. Die persönliche Ansprache an der Haustür solle Menschen für eine regelmäßige Unterstützung der gemeinnützigen Arbeit gewinnen. Eine Verpflichtung zum Abschluss einer Fördermitgliedschaft bestehe nicht. Die Entscheidung liege bei den angesprochenen Personen.
Nach Angaben des DRK wurde die Aktion bereits im Vorfeld über die eigenen Social-Media-Kanäle, die offizielle Webseite und das lokale Nachrichtenportal Meetingpoint Brandenburg angekündigt. Verantwortlich sei der DRK-Kreisverband Brandenburg an der Havel e. V. Die Aktion lasse sich nicht automatisch auf andere Kreisverbände im Land Brandenburg übertragen.
Fördermitgliedschaft statt einmaliger Online-Spende
Im Mittelpunkt der Haustürwerbung steht laut DRK nicht die Sammlung einmaliger Spenden, sondern die Gewinnung neuer Fördermitglieder. Interessierte können ihre Mitgliedschaft direkt vor Ort über ein Tablet abschließen. Die beauftragten Personen nehmen nach Angaben des Kreisverbandes weder Bargeld noch Sachspenden oder einmalige Spenden entgegen.
Als Erkennungsmerkmale nennt das DRK einen Dienstausweis, die vorgesehene Rotkreuz-Kleidung beziehungsweise persönliche Schutzausrüstung sowie kreisverbandseigene Fahrzeuge. Wer Zweifel an der Echtheit eines Besuchs hat, könne sich direkt an den DRK-Kreisverband Brandenburg an der Havel wenden und die Beauftragung überprüfen lassen. Bei Unsicherheit empfiehlt der Kreisverband, zunächst keine persönlichen Daten oder Bankdaten herauszugeben und vor einer Entscheidung Rücksprache zu halten.
DRK stellt Finanzierung differenziert dar
Auch zur Aussage, der Staat unterstütze das DRK nicht, nahm der Kreisverband Stellung. Griebel stellte in seiner schriftlichen Antwort klar: „Die pauschale Aussage, der Staat unterstütze der Kreisverband nicht, wäre nicht zutreffend.“
Die Finanzierung des DRK erfolge abhängig von den jeweiligen Aufgaben und Einrichtungen über unterschiedliche Wege. Dazu gehörten öffentliche Mittel, gesetzliche Kostenträger, Leistungsentgelte und vertragliche Vereinbarungen.
Als Beispiele nennt der Kreisverband die Finanzierung des Rettungsdienstes über die vorgesehenen Gebühren und Kostenträger, öffentliche Zuschüsse für bestimmte Aufgaben des Bevölkerungsschutzes sowie die Finanzierung sozialer Dienstleistungen und Betreuungseinrichtungen nach den geltenden gesetzlichen Regelungen. Auch bei Pflege- und Betreuungsangeboten kämen unterschiedliche Finanzierungsmodelle zum Einsatz.
Zugleich weist der Kreisverband darauf hin, dass öffentliche Mittel und Kostenerstattungen in der Regel an konkrete Aufgaben, Leistungen oder Verwendungszwecke gebunden seien. Sie deckten deshalb nicht automatisch sämtliche Kosten ab, die für den dauerhaften Erhalt der ehrenamtlichen Strukturen notwendig seien.
Spenden sollen ehrenamtliche Arbeit ergänzen
Nach Darstellung des Kreisverbandes werden Spenden und Fördermitgliedschaften unter anderem benötigt, um ehrenamtliche Strukturen aufrechtzuerhalten, Helfer auszubilden, persönliche Schutzausrüstung bereitzustellen und Material, Fahrzeuge sowie weitere Einsatzmittel vorzuhalten.
Ehrenamtliche Helfer seien beispielsweise im Sanitätsdienst, im Katastrophenschutz und in weiteren Bereichen des Bevölkerungsschutzes tätig. Damit sie im Bedarfsfall einsatzbereit seien, müssten Ausbildung, Ausstattung und Einsatzfähigkeit kontinuierlich sichergestellt werden.
Griebel betont in seiner Antwort: „Fördermitgliedschaften und Spenden sind daher kein Ersatz für staatliche Verantwortung, sondern eine wichtige Ergänzung der bestehenden Finanzierung.“
Wie hoch die konkreten öffentlichen Mittel sind, die der DRK-Kreisverband Brandenburg an der Havel erhält, bezifferte der Kreisverband in seiner Antwort nicht. Griebel erklärte dazu, dass eine belastbare Bezifferung nur anhand der jeweiligen Aufgabenbereiche, Verträge, Förderbescheide und Abrechnungen möglich sei.
DRK empfiehlt Überprüfung bei Zweifeln
Für Bürgerinnen und Bürger, die an der Haustür um Unterstützung gebeten werden, empfiehlt der Kreisverband, sich bei Unsicherheit nicht zu einer sofortigen Entscheidung drängen zu lassen. Die Identität der werbenden Personen und deren Beauftragung könnten direkt beim DRK überprüft werden.
Die Haustürwerbung in Brandenburg an der Havel ist nach Angaben des Kreisverbandes offiziell und zeitlich begrenzt. Wer eine Fördermitgliedschaft abschließen möchte, kann dies im Rahmen der Aktion direkt vor Ort tun. Eine Verpflichtung dazu besteht nicht.
Griebel erklärt abschließend: „Transparenz, Nachvollziehbarkeit und Vertrauen sind für uns die Grundlage einer seriösen Fördermitgliederwerbung.“
Quelle: DRK-Kreisverband Brandenburg an der Havel e. V., schriftliche Stellungnahme von Andreas Griebel auf Presseanfrage von Fotobrb.de.
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