Die neue Bahnüberführung an der B 1 bei Wust ist seit dem 2. Oktober 2026 für den Fahrzeugverkehr freigegeben. Damit entfällt das Warten am beschrankten Bahnübergang der Berlin-Magdeburger Bahnstrecke. Die Bauarbeiten an der Bundesstraße gehen jedoch weiter.
Nach jahrelangen Verzögerungen ist die neue Bahnüberführung am östlichen Stadtrand von Brandenburg an der Havel nun für den Verkehr geöffnet. Um 8 Uhr gaben Brandenburgs Infrastrukturminister Robert Crumbach, Mike Koehler, Vorsitzender des Vorstands des Landesbetriebs Straßenwesen, und Oberbürgermeister Daniel Keip die Brücke offiziell frei.
Die B 1 führt damit künftig über die Bahnstrecke Berlin–Magdeburg. Autofahrer müssen nicht mehr auf die Durchfahrt der Züge warten. Die neue Überführung verfügt über jeweils einen Fahrstreifen pro Richtung und ersetzt den bisherigen höhengleichen Bahnübergang.
Geh- und Radweg bleibt vorerst gesperrt
Während der Fahrzeugverkehr die Brücke bereits nutzen kann, bleibt der Geh- und Radweg zunächst geschlossen. „Das Geländer ist noch nicht vollständig fertiggestellt“, heißt es aus dem Rathaus.
Dies Stößt auf Unmut: „Fußgänger und Radfahrer müssen deshalb weiterhin die provisorischen Wege und den bisherigen Bahnübergang nutzen.“
Oberbürgermeister Daniel Keip bezeichnete die Freigabe als wichtigen Schritt für die östliche Stadtanbindung. Besonders die Menschen in Wust und Gollwitz hätten seit Jahrzehnten auf diesen Tag gewartet.
Brückenbau wurde vorgezogen
Infrastrukturminister Robert Crumbach verwies bei der Freigabe auf die Vorgeschichte des Bauprojekts. Der vorgezogene Bau der Brücke sei notwendig gewesen, um die von der Deutschen Bahn genehmigten Sperrpausen im Jahr 2022 nutzen zu können.
Die übrigen Bauleistungen durften dagegen erst nach Vorliegen eines bestandskräftigen Planfeststellungsbeschlusses beginnen. Dadurch war die Brücke bereits baulich fertiggestellt, konnte jedoch zunächst nicht für den Verkehr freigegeben werden. Crumbach räumte ein, dass dies nach außen kein gutes Bild abgegeben habe, unter den damaligen Bedingungen aber die sachgerechte Lösung gewesen sei.
Auch Mike Koehler vom Landesbetrieb Straßenwesen betonte, dass durch die frühzeitige Umsetzung ein deutlich späterer Baubeginn vermieden werden konnte. Ohne die Nutzung der Sperrzeiten 2022 hätte der Brückenbau voraussichtlich erst 2027 oder 2028 beginnen können. Mit der Fertigstellung der Straßenanschlüsse sei nun ein wesentlicher Teil des Gesamtvorhabens abgeschlossen.
Weitere Bauarbeiten auf der B 1 bei Wust
Mit der Brückenfreigabe ist das Bauprojekt allerdings noch nicht beendet. Die Arbeiten an den angrenzenden Abschnitten der B 1 werden fortgesetzt.
Zunächst wird die Strecke in Richtung Gollwitz erneuert. Vorgesehen sind:
- Erneuerung eines Durchlasses und der Fahrbahn
- Neubau des Geh- und Radwegs
- Anpassung des Kurvenverlaufs
- Erneuerung der Zufahrt zum Einkaufszentrum Wust
Während dieser Bauphase wird der Kraftfahrzeugverkehr über eine parallel verlaufende Behelfsstraße geführt. Aufgrund der eingeschränkten Fahrbahnbreite regelt eine Ampel den Verkehr. Dadurch kann es weiterhin zu Wartezeiten kommen.
Das Einkaufszentrum Wust ist während der Bauarbeiten ausschließlich über die östlich gelegene Kreuzung erreichbar. Für Fußgänger und Radfahrer steht ein separater provisorischer Weg zur Verfügung.
Vollsperrung im letzten Bauabschnitt geplant
Im ersten Quartal 2027 soll der dritte und letzte Bauabschnitt beginnen. Dafür wird die B 1 auf dem verbleibenden Abschnitt vor dem Knotenpunkt Wuster Straße / An der Bundesstraße vollständig gesperrt.
Über den genauen Baubeginn und die dann geltende Verkehrsführung will der Landesbetrieb Straßenwesen gesondert informieren. Der Abschluss des gesamten Bauvorhabens ist für das dritte Quartal 2027 vorgesehen. Insgesamt werden rund 17,1 Millionen Euro investiert.
Mit der Freigabe der Bahnüberführung fällt für Autofahrer eine langjährige Unterbrechung auf einer wichtigen Verkehrsverbindung zwischen Brandenburg an der Havel und den umliegenden Gemeinden weg. Die vollständige Verbesserung der B 1-Anbindung wird allerdings erst mit dem Abschluss der noch ausstehenden Straßenbauarbeiten erreicht.
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