Im festlichen Ambiente des Rolandsaals im Altstädtischen Rathaus fand die Auszeichnung der Preisträger des „Undine“-Wettbewerbs für neue Märchen statt. Die 22. Auflage des traditionsreichen Märchenwettbewerbs lockte rund 250 Gäste an, die das erste Finale in diesem ehrwürdigen Veranstaltungsort mitverfolgten. Der Wettbewerb hat sich als feste Größe in Brandenburg etabliert und fördert seit Jahren junge Talente im Bereich des Märchenerzählens.
Bedeutung des Wettbewerbs als Plattform für kreative Nachwuchsautoren
Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte Cornelia Stabrodt, Mitbegründerin des Wettbewerbs und Direktorin der Fouqué-Bibliothek, die Anwesenden herzlich. Sie betonte die Bedeutung des Wettbewerbs als Plattform für kreative Nachwuchsautoren. Stadtsprecher Thomas Messerschmidt sorgte mit ausgewählten Ausschnitten aus den insgesamt 226 eingereichten Märchen für unterhaltsame Einblicke in die vielfältigen und fantasievollen Welten, die die jungen Autoren geschaffen haben.
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Undine-Preisträger: Märchen sind kulturelles Erbe“
Oberbürgermeister Daniel Keip hob in seiner Ansprache die kulturelle Bedeutung der Märchen hervor: „Märchen sind kulturelles Erbe. Sie wurden über Jahrhunderte weitererzählt und gehören weiterhin in jede gute Stube.“ Er unterstrich, dass Märchen nicht nur der Unterhaltung dienen, sondern auch als pädagogisches Werkzeug fungieren. Sie vermitteln Wissen, helfen Ängste und Konflikte zu überwinden und zeigen, wie Zusammenhalt stark und erfolgreich machen kann. Für Keip sind Märchen somit zeitlose Botschaften, die auch in der heutigen Gesellschaft eine wichtige Rolle spielen.
Die Jury-Vorsitzende Christine Fehér, selbst Kinder- und Jugendbuchautorin, lobte die Kreativität und Fantasie der jungen Teilnehmer. Sie dankte zudem den Lehrerinnen und Lehrern sowie Eltern und Freunden, die die Nachwuchsautoren unterstützt und ermutigt haben: „Dank euch lebt das Märchenerzählen weiter und bereichert unsere Gesellschaft.“ Fehér betonte, dass der Wettbewerb jedes Jahr aufs Neue ein Ort sei, an dem die Kraft selbst verfasster Geschichten sichtbar werde.
Im Anschluss an die Ehrungen präsentierte das Brandenburger Jugendtheater die 14 siegreichen Märchen des Wettbewerbs. Die Darbietungen brachten die Geschichten lebendig auf die Bühne und begeisterten das Publikum. Zu den vorgestellten Märchen gehörten unter anderem „Das Märchen vom schüchternen Drachen Funki“, „Ein Hamster auf Reisen“, „Entführung auf Wunsch“ sowie „Rapunzel – der pinke Stern am Märchenhimmel“. Auch Märchen wie die Geschichte von der Koffer-Verhexerin oder der Wächterin der weißen Lilie im Land des ewigen Frühlings fanden ihren Platz. Diese Vielfalt zeigte, wie lebendig und abwechslungsreich die Märchenwelt der jungen Autoren ist.
Alle 14 Siegermärchen sind auf den Internetseiten der Fouqué-Bibliothek veröffentlicht und können dort nachgelesen werden. Zudem finden Interessierte dort die Teilnahmebedingungen für den zweiteiligen Wettbewerb. Denn nach dem literarischen Wettbewerbsteil beginnt nun der Gestaltungswettbewerb. Die jungen Künstler sind eingeladen, die Märchen zu illustrieren, zu zeichnen, zu modellieren, zu fotografieren, zu basteln oder sogar filmisch umzusetzen. Auch Theaterinszenierungen sind bereits im Rahmen des Wettbewerbs entstanden. Der Fantasie sind dabei kaum Grenzen gesetzt.
Die bildkünstlerischen Arbeiten zu den ausgezeichneten Märchen können bis zum 15. Mai 2026 bei den Wettbewerbspartnern in der Kinder- und Jugend-Kunst-Galerie „Sonnensegel“ am Gotthardtkirchplatz 4/5, in der Wredow‘schen Zeichenschule am Wredowplatz 1 sowie in der Fouqué-Bibliothek eingereicht werden. Die Preisverleihung für die besten Illustrationen ist für den 14. Juni 2026 geplant und verspricht erneut ein Höhepunkt im Jahreskalender des Märchenwettbewerbs zu werden. Mit dem „Undine“-Wettbewerb gelingt es, das Märchenerzählen als lebendige Tradition zu bewahren und gleichzeitig junge Talente zu fördern, die mit ihren Geschichten die Fantasie und Kreativität der nächsten Generation beflügeln.
(Quelle: Pressmitteilung Stadt Brandenbrg)