Vielfalt feiern: „Es ist normal, verschieden zu sein.“
Mit Plakaten, Transparenten und klaren Botschaften machten die Teilnehmenden deutlich, dass Inklusion kein Privileg, sondern eine Selbstverständlichkeit sein muss. Slogans wie „Es ist normal, verschieden zu sein“ standen sinnbildlich für den Wunsch nach mehr Akzeptanz, Respekt und einem barrierefreien Alltag. Diese Botschaften spiegeln den Kern der Inklusionsbewegung wider: Jeder Mensch soll die gleichen Chancen und Rechte haben, unabhängig von körperlichen oder geistigen Einschränkungen.
Engagement und klare Worte von Verantwortlichen zum Europäischer Protesttag
Die Veranstaltung wurde vom 1. Vorsitzenden der Lebenshilfe Brandenburg-Potsdam, Matthias Pietschmann, geleitet. Gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten Jeannette Horn, der Behindertenbeauftragten Katrin Tietz und der Vorsitzenden des Behindertenbeirates, Sybille Kluge, blickte er auf bereits erreichte Fortschritte zurück, machte aber auch auf die weiterhin bestehenden Herausforderungen aufmerksam. Pietschmann kritisierte, dass viele wichtige Aufgaben im Bereich der Inklusion noch immer von Sponsoren getragen werden müssten, obwohl diese eigentlich in der Verantwortung des Staates lägen.
Nadin Leetz, die 2. Vorsitzende der Lebenshilfe, betonte in ihrer Rede, dass Teilhabe nicht verhandelbar sei. Die größten Barrieren entstünden oft nicht im Stadtbild, sondern in den Köpfen der Menschen. Deshalb sei es umso wichtiger, dass Menschen mit Behinderungen sichtbar und präsent im öffentlichen Raum seien. Nur so könne ein gesellschaftliches Umdenken angestoßen werden.
Bürgerbeteiligung und Wünsche für eine inklusive Stadt
Ein besonderes Highlight der Veranstaltung war die Übergabe eines Wünschebaums an Brandenburgs Oberbürgermeister Daniel Keip. Dieser Baum war zuvor bei einem Straßenfest in Hohenstücken gestaltet worden, bei den Bürgerinnen und Bürger ihre Wünsche, Sorgen und Erwartungen zum Thema Inklusion formulierten. Viele der Botschaften drehten sich um den Abbau von Barrieren, Gleichstellung und eine inklusive Stadtgesellschaft.
Der Wünschebaum soll künftig einen festen Platz auf dem Marienberg erhalten und von einem Inklusionsbetrieb gepflegt werden. Dieses Symbol steht für den kontinuierlichen Dialog zwischen Bürgern, Politik und Organisationen, die sich für Inklusion einsetzen.
Oberbürgermeister Keip: Fortschritte anerkennen, weiter anpacken
In seiner Rede würdigte Oberbürgermeister Daniel Keip die bereits erzielten Fortschritte in Brandenburg, betonte aber zugleich, dass noch viel zu tun bleibe. Er erinnerte daran, dass die Würde des Menschen unantastbar sei und dieser Grundsatz selbstverständlich auch für Menschen mit Behinderungen gelten müsse. Ziel müsse es sein, Strukturen zu schaffen, die ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen und Barrieren abbauen.
Als positives Beispiel für gelebte Inklusion verwies Keip auf den bevorstehenden Kanu-Weltcup 2026, der vom 14. bis 17. Mai an der Regattastrecke am Beetzsee stattfinden wird. Dort treten Athletinnen und Athleten der Weltelite gemeinsam mit Parakanutinnen und Parakanuten an – ein starkes Zeichen für Integration im Sport.
Petition „Teilhabe ist Menschenrecht“ unterzeichnet
Im Rahmen der Veranstaltung unterzeichnete der Oberbürgermeister gemeinsam mit weiteren Teilnehmenden die Petition „Teilhabe ist Menschenrecht“. Diese richtet sich gegen mögliche Kürzungen der Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen und fordert den Erhalt und Ausbau von Unterstützungsleistungen, die für ein selbstbestimmtes Leben unerlässlich sind. Die Petition ist ein wichtiger Schritt, um politischen Druck aufzubauen und die Rechte von Menschen mit Behinderungen zu stärken. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Unterstützung der Petition finden Interessierte unter: Teilhabe ist Menschenrecht.
Gemeinsam für eine inklusive Gesellschaft
Der Europäische Protesttag in Brandenburg an der Havel hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig das Engagement für Gleichstellung, Inklusion und Barrierefreiheit ist. Die Veranstaltung verband den öffentlichen Protest mit konkreten Forderungen und symbolischen Aktionen wie dem Wünschebaum. Sie machte deutlich, dass Inklusion nicht nur Aufgabe von Organisationen und Politik, sondern eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung ist.
Nur durch gemeinsames Handeln, Offenheit und den Abbau von Vorurteilen kann eine Gesellschaft entstehen, in der alle Menschen gleichberechtigt und selbstbestimmt leben können. Der Protesttag war ein starkes Signal dafür, dass Brandenburg auf diesem Weg weiter voranschreiten will – mit klaren Worten, sichtbarer Präsenz und dem festen Willen, Barrieren abzubauen und Teilhabe für alle zu ermöglichen.
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- Petition ist online abrufbar