Mit einer 90-minütigen Märchen-Matinee ist der 22. „Undine“-Wettbewerb für neue Märchen abgeschlossen worden. Im Rolandsaal des Altstädtischen Rathauses stand zum Abschluss des zweigeteilten Wettbewerbs die bildkünstlerische Auseinandersetzung mit den bereits im März ausgezeichneten Märchentexten im Mittelpunkt. Zu den häufig gewählten Vorlagen zählten das „Märchen vom schüchternen Drachen Funki“, für das Fadile Mircan Sahin einen Sonderpreis erhielt, sowie „Der verzauberte Koffer“, mit dem Julia Marie Schlothauer den Hauptpreis in der Altersklasse der Sieben- bis Neunjährigen gewann. Auf besondere Resonanz stieß zudem „Geißlein to go“ von Sophia Nitsche, das mit einer Undine-Statuette ausgezeichnet wurde.
Vielfalt und Kreativität der Beiträge begeistern Jury und Publikum beim „Undine“-Wettbewerb
Juryvorsitzender Thomas Bartel eröffnete die Matinee mit einer Würdigung der Teilnehmenden: „Wenn wir heute hier im Rolandsaal zusammenkommen, dann feiern wir eine ganz außergewöhnliche Gemeinschaft. In diesem Raum sitzen heute Siebenjährige, die gerade erst die Welt der Buchstaben und Farben für sich entdecken, und junge Erwachsene, die mitten im Leben, im Studium oder im Beruf stehen. Das ist die wahre Magie des Undine-Wettbewerbs. Ihr alle habt bewiesen, dass Kreativität keine Frage des Alters ist. Die Autoren haben Welten aus Worten gebaut, und die Illustratoren haben diesen Welten eine Form gegeben. Ihr habt gemalt, gezeichnet, gefilmt und modelliert. Ihr habt gezeigt, dass ein Text auf tausend verschiedene Weisen funkeln kann. Ihr habt den Mut besessen, eure Gedanken mit uns zu teilen, ihr habt etwas erschaffen, das es vorher auf dieser Welt noch nicht gab. Behaltet diesen Mut, behaltet diese Schöpferkraft. Sie wird euch durch euren ganze Leben tragen. Seid stolz auf das, was ihr geschaffen habt.“
Auch die anwesenden Sponsorinnen und Sponsoren würdigten die ausgezeichneten Leistungen bei der Übergabe der Preisgelder mit anerkennenden Worten.
Oberbürgermeister Daniel Keip hob die Vielfalt und Kreativität der eingereichten Arbeiten hervor: „Märchen sind etwas Wunderbares, und was Fantasie leisten kann, zeigt sich eindrucksvoll in den eingereichten Kunstwerken. Die Bandbreite der Materialien – von Gemälden und Skulpturen bis hin zu digitalen Umsetzungen – macht deutlich, wie sehr die Lektüre der prämierten Märchen die Kreativität herausgefordert hat. Es ist schön zu sehen, mit welchem Engagement große und kleine Märchenfreunde die Themen aufgegriffen und die Handlungen auf ganz unterschiedliche Weise künstlerisch interpretiert haben.“
Unter den insgesamt 326 Einsendungen für den Illustrationswettbewerb befanden sich auch zwei Kurzfilme, die ebenfalls ausgezeichnet wurden. Anne Maria Hilger erhielt für ihren Beitrag zu „Der verzauberte Koffer“ den Hauptpreis in der Altersklasse der 17- bis 25-Jährigen. Meggy Hinze wurde nach einem bereits im März verliehenen Sonderpreis für ihr Märchen „Die zwei Welten“ nun auch für die filmische Umsetzung des eigenen Textes mit einem weiteren Sonderpreis ausgezeichnet.
Eine weitere Beteiligungsmöglichkeit bietet sich zum Jahresende mit dem Aufruf zum 23. „Undine“-Wettbewerb für neue Märchen. Bis dahin können die ausgezeichneten Beiträge des Jahres 2026 eingesehen werden. Die Märchen, Kunstwerke und Fotos der Märchen-Matineen sind auf der Internetseite der Fouqué-Bibliothek veröffentlicht.
Die Stadt Brandenburg an der Havel und die Fouqué-Bibliothek „danken als Veranstalter des „Undine“-Wettbewerbs für neue Märchen den annähernd 600 Teilnehmenden sowie allen Mitwirkenden, insbesondere den Sponsorinnen und Sponsoren, der Wredow-Kunstschule, der Kinder- und Jugend-Kunst-Galerie „Sonnensegel“, der Musikschule „Vicco von Bülow“ für die musikalische Umrahmung der Festveranstaltungen sowie dem Brandenburger Jugendtheater unter der Leitung von Steffan Drotleff“, wie das Rathaus mitteilte.
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- 22. Undine-Wettbewerb für neue Märchen