Großer Bahnhof für die Freiwillige Feuerwehr Plaue: Mit einem Festabend und einer großen Jubiläumsfeier am Wochenende beging die Wehr ihr 140-jähriges Bestehen. Mit dabei waren unter anderem Oberbürgermeister Daniel Keip sowie die Beigeordneten Alexandra Adel und Thomas Barz.
Bereits 18 Einsätze mussten die Plauer Kameradinnen und Kameraden im laufenden Jahr bewältigen. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Brände, sondern auch um technische Hilfeleistungen, Verkehrsunfälle oder außergewöhnliche Rettungseinsätze. So rettete die Feuerwehr unter anderem einen Bullen aus einer Jauchegrube und barg ein Kunstwerk des Dichters Theodor Fontane aus der Havel.
Oberbürgermeister Daniel Keip würdigte beim Festabend besonders den Einsatz der Ehrenamtlichen. Die Feuerwehr Plaue besteht derzeit aus 17 aktiven Einsatzkräften, eine 17-köpfige Jugendfeuerwehr sowie elf Mitgliedern der Alters- und Ehrenabteilung.
„Die Feuerwehr Plaue steht seit 140 Jahren für Verlässlichkeit, Mut und Zusammenhalt. Generationen von Kameraden waren im Einsatz, um anderen zu helfen und Katastrophen zu verhindern“, sagte Keip. Nicht selten riskierten die Einsatzkräfte dabei ihre eigene Gesundheit. Sein Dank galt ebenso den Familien und Angehörigen, die dieses Ehrenamt unterstützen.
Fotos vom Jubiläum
Löschangriff mit einer leichten Handspritze aus dem Jahr 1912
Ein besonderer Höhepunkt am Samstagnachmittag war der historische Löschangriff mit einer leichten Handspritze aus dem Jahr 1912. Die traditionelle Handdruckspritze des Herstellers Bräunert Bitterfeld befindet sich bereits seit 1918 im Besitz der Freiwilligen Feuerwehr Mahlenzien und sorgte bei der Vorführung zur historischen Brandbekämpfung für großes Interesse bei den Besuchern.
Die beeindruckende Technik verfügt über einen 150-Liter-Wassertank sowie ein Pumpsystem mit zwei Kammern und zwei Kolben. Bereits damals konnte die Handspritze mit einer vierköpfigen Bedienmannschaft bis zu 80 Liter Wasser pro Minute fördern. Der Transport erfolgte einst per Hand- oder Pferdedeichsel.
Mit der eindrucksvollen Vorführung wurde anschaulich gezeigt, wie Feuerwehrleute bereits vor mehr als 100 Jahren Brände bekämpften – ein Stück Feuerwehrgeschichte zum Anfassen und zugleich einer der spektakulärsten Programmpunkte der Jubiläumsfeier.
Ortsvorsteher Udo Geiseler packte mit an
Ortsvorsteher von Plaue, Udo Geiseler, ließ es sich nicht nehmen, selbst anzupacken und beim historischen Löschangriff die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Plaue erfolgreich zu helfen.
Die Feuerwehr Plaue heute – engagiert und vielseitig
Die Freiwillige Feuerwehr Plaue wird aktuell von Marcel Adel und seinem Stellvertreter Vinzent Schultze geleitet. Die aktive Mannschaft umfasst 17 Feuerwehrleute, die regelmäßig zu Einsätzen ausrücken. Die Jugendabteilung mit 17 Kindern und Jugendlichen wird von Jugendwart Patrick Baumann und seinem Stellvertreter Christian Mund betreut. Die Alters- und Ehrenabteilung zählt elf Mitglieder, die mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen die Feuerwehr bereichern.
Im Jahr 2025 verzeichnete die Feuerwehr 45 Einsätze, im laufenden Jahr 2026 waren es bis jetzt 18. Dabei geht es längst nicht nur um das Löschen von Bränden. Die Feuerwehr ist auch bei Verkehrsunfällen, Tragehilfen und besonderen Einsätzen aktiv. So fischten die Kameraden kürzlich ein Kunstwerk des Dichters Theodor Fontane aus der Havel, das Unbekannte ins Wasser geworfen hatten. Ein besonders bemerkenswerter Einsatz war die Rettung eines Bullen aus einer 3,5 Meter tiefen Jauchegrube im Dezember 2025 – ein Beleg für die Vielseitigkeit und Einsatzbereitschaft der Feuerwehr.
Eine lange Geschichte voller Engagement
Die Freiwillige Feuerwehr Plaue wurde am 3. Februar 1886 von 25 Bürgern gegründet. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten der Uhrmachermeister Gustav Levy, Schlossermeister Herrmann Schulze, Zimmerer Carl Nippold und der Gastwirt Paul Voigt. Bereits im ersten Jahr stellte sich die Feuerwehr einer großen Herausforderung: Am 5. September 1886 zerstörte ein Brand in der Genthiner Straße mehrere Häuser, und weitere Gebäude mussten vorsorglich abgerissen werden, um die Flammen zu stoppen.
Die Ausrüstung war damals noch sehr einfach. Eine vierrädrige
Wagenspritze bildete den Anfang. Bis 1911 wurde die Technik kontinuierlich verbessert, und die Mannschaft wuchs. Mit den Kriegsvorbereitungen 1936 änderten sich die Aufgaben der Feuerwehr grundlegend, was sich auch im Protokollbuch widerspiegelt. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Neuaufbau der Feuerwehr. Besonders nach 1990 verbesserten sich die technischen Voraussetzungen deutlich, und die Mitgliederzahl stieg wieder an. Ein Meilenstein war die Einweihung des neuen Gerätehauses im Jahr 2000. In den letzten Jahren wurde die Ausrüstung weiter modernisiert: 2017 kam ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug hinzu, 2018 ein Mannschaftstransportwagen. Zudem verfügt die Feuerwehr über ein Rettungsboot für Wasserrettungseinsätze.
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- Freiwillige Feuerwehr Plaue














